00:00:06: Hallo
00:00:06: und herzlich willkommen, liebe Zuschauer zu einer neuen Folge von Chefsache.
00:00:10: Durch Social Media und natürlich künstliche Intelligenz verfügen die Menschen heute über so viele Informationen wie nie zuvor.
00:00:18: Mitten drin stehen die klassischen Medien, die ihre Rolle und ihre Geschäftsmodelle radikal neu denken müssen.
00:00:26: Mein heutiger Gast ist Geschäftsführer von einem der größten regionalen Medienhäuser Deutschlands.
00:00:32: Jeden Morgen greifen Menschen ganz selbstverständlich in ihren Briefkasten.
00:00:36: Seit Generationen gehört die Zeitung für viele zum Alltag, doch hinter diesem vertrauten Ritual verändert sich gerade eine ganze Branche tiefgreifend.
00:00:44: Gedruckte Auflagen sinken, Informationen sind jederzeit verfügbar, digitale Plattform und künstliche Intelligenz verändern wie Nachrichten entstehen, verbreitet und genutzt werden.
00:00:54: Regionale Medienhäuser stehen dabei vor einer grundsätzlichen Frage – welche Rolle spielen sie künftig noch für die Menschen in ihrer Region?
00:01:02: Die SV-Gruppe mit Hauptsitz in Ravensburg gehört zu den größten regionalen Medienhäusern Deutschlands.
00:01:07: Und genau dort werden die Weichen für diesen Wandel neu gestellt!
00:01:12: und den
00:01:33: wir als Kunden sehr wertschätzen.
00:01:35: Wir sprechen über den Wandel in der Medienwelt, was ist da jetzt eigentlich passiert?
00:01:39: Stichwort Abo-Auflagen, Stichfort Werbeerlöse
00:01:42: usw.,
00:01:43: Sie sind ja im Spannungsfeld großer Player die sich hier ebenfalls am Markt bewegen.
00:01:49: Das stimmt!
00:01:52: Medienbranche und auch der damit ja eng zusammenhängende Werbemarkt in Deutschland verändern sich sehr, sehr stark seit vielen Jahren.
00:01:59: Die internetbasierten Medien wachsen und wachsen sind inzwischen tatsächlich der stärkere Parte in diesem Markt und die klassischen Medien zum Beispiel Fernsehen, aber auch Tageszeitungen gehen zurück und regionale Medienhäuser wie wir sind eben gut beraten diesen Wandel mitzugehen.
00:02:17: Und nicht nur auf der Seite der klassischen Medien zu bleiben denn dann ist das Ende irgendwann vorprogrammiert.
00:02:24: Nun gibt es ja sage ich mal verschiedene Strategien wie man darauf reagieren kann.
00:02:28: eine Strategie ist beispielsweise Kosten runter die andere Strategie wäre Umsatz hoch.
00:02:34: was ist ihre?
00:02:36: Ja, grundsätzlich eher die umsatzbasierte Strategie.
00:02:40: Natürlich führt man jetzt in dem Wandel muss man natürlich intelligent zurückbauen das was nicht mehr so gut funktioniert.
00:02:48: da geht es dann tatsächlich auch um Kosten senkungen.
00:02:51: aber also mein unternehmerisches Credo war schon immer Kostensenkung an sich ist keine Unternehmensstrategie.
00:02:58: Das muss man manchmal mal in einer Phase machen.
00:03:01: oder eben wenn ich ein Geschäftsfeld habe was nicht wo es Veränderungen gibt, dann kann das temporär eine Methode sein der Betriebswirtschaft.
00:03:11: Aber grundsätzlich ist Wirtschaft immer Wachstum und das ist was wir auch machen müssen.
00:03:18: Dann gibt es ja Rahmenbedingungen.
00:03:19: für die will ich mal sagen sie ja nichts können.
00:03:22: wenn jetzt irgendwo Kriege sind beispielsweise oder wenn hier zum Beispiel Mini Jobs verändert werden die Kosten für Mini Jobs was hier für Sie durchaus auch eine Relevanz hat holen sie uns mal ab Wenn solche Rahmenbedingungen verändert werden, was bedeutet das für ein regionales Medienhaus?
00:03:38: Ja Das sind tatsächlich Herausforderung und die treffen ja nicht nur die Medienbranche.
00:03:45: Stichwort Minijobs stichwort Mindestlohn so dass einen freut das anderen leiden.
00:03:51: also grundsätzlich ist ja immer schön wenn Menschen mehr verdienen Und ihren Lebensunterhalt gut bestreiten können.
00:03:59: Ich glaube das ist allgemeiner Konsens in der Gesellschaft.
00:04:03: Für Unternehmen bedeuten solche Veränderungen wirklich große Herausforderung.
00:04:09: Ich halte nicht so viel darüber zu jammern, das darf man kurz mal auch ein Unternehmer aufjammern und sagen, dass es ja misst.
00:04:15: Man darf sich bei der Politik über ... unsinnige Entscheidungen beschweren.
00:04:22: Aber letztlich muss man mit den Rahmenbedingungen umgehen, das einzelne Unternehmen kann daran in der Regel nichts ändern und insbesondere wenn es dann internationale Dinge sind jetzt eben zum Beispiel durch einen Krieg Energie- und Benzinpreiser steigen Das tun die dann.
00:04:38: Merken wir auch, merken wir sehr also belastet uns aber wir müssen damit umgehen.
00:04:42: das heißt wir müssen Wege finden.
00:04:44: wie wird das gestalten?
00:04:45: Das ist ja die große Kraft von Unternehmen dass sie solche Herausforderungen in der Regel auch bewältigen.
00:04:50: Interessante Weise ist es manchen Menschen gar nicht so sehr bewusst dass ein Medium wie jetzt beispielsweise eine schwäbische Zeitung tatsächlich auch ein Unternehmen ist weil die waren schon irgendwie immer da die bringen halt immer irgendwie was raus Und das wird auch in Zukunft so sein, wie riskant ist denn die Situation, dass es Medien auch morgen nicht mehr gibt, die wir vielleicht über Generationen hinweg hatten?
00:05:13: Also beim Thema der Tageszeitung ist das eine sehr große Gefahr.
00:05:21: Es ist keine Selbstverständlichkeit mehr, vielleicht sogar schon in fünf Jahren in Deutschland noch überall Tageszeitungen haben.
00:05:29: Das ist ohnehin sehr ungewöhnlich, es gibt nur ganz wenige Länder auf der Welt wo das so ist dass sie tatsächlich in jeder größeren Stadt und in jeder Region in jedem Landkreis des Landes eine eigenständig regionale lokale Tageszeitung haben.
00:05:47: Es ist wirklich ungewönlich.
00:05:49: aber das steht zur Disposition.
00:05:51: also das wird glaube ich in Kürze nicht mehr sein.
00:05:55: Aber interessanterweise sagen Sie, Sie sprechen ja nicht vom Medienuntergang per See.
00:05:59: Sondern eher vom Medienwandel wäre auch komisch in der, sag ich mal, Rolle, in der sie sich befinden.
00:06:04: Ja
00:06:05: das heißt wenn wir an einem alten Fest klammern dann wären wir wahrscheinlich tatsächlich in dem Medienwandel untergehen und das ist aber nicht das Ziel eines Unternehmens.
00:06:15: also unsere Unternehmsgruppe möchte das nicht.
00:06:18: jetzt kommt aber noch dazu dass wir sogar glauben dass wir diesen diesen Medienwandel was die Tageszeitung angeht sogar etwas anders gestalten können als die meisten Verlage in Deutschland.
00:06:32: Wir werden natürlich auch auf lange Sicht den Wandel nicht aufhalten können, Viele Menschen sagen heute, dass sie ihre Informationen insbesondere über eine gedruckte Tageszeitung nicht mehr beziehen wollen.
00:06:50: Und das ist auch nachvollziehbar.
00:06:51: und wir haben eine Beschleunigung in den Medien.
00:06:53: Wir haben eine komplette Digitalisierung.
00:06:55: Auch ältere Mitbürgerinnen und Mitbürgers beziehen viele Informationen eben über schnelle Online-Medien und auch über Social Media.
00:07:05: dem muss man sich stellen, das ist ganz klar.
00:07:07: Aber wir haben ein Thema mit der gedruckten Tageszeitung.
00:07:11: es gibt in Deutschland noch viele Millionen Menschen die das eigentlich gerne nutzen wollen und zwar auch gar nicht ausschließlich aber als Tagesbegleiter einmal am Tag strukturiert Informationen Hintergründe und vor allem lokale Informationen ganz wichtig.
00:07:30: Und da ergibt es in unserer ganzen Branche eine große Herausforderung, die mit den konventionellen Mitteln eigentlich nicht mehr zu bewältigen ist.
00:07:38: Die Zahl der Abonnenten sinkt.
00:07:41: seit Jahren tut sie das eben wegen des Medienwanderers.
00:07:44: Das ist es nicht dass Menschen weniger Informationen aufnehmen oder weniger Medien nutzen.
00:07:48: aber jetzt eben speziell das gedruckte Medium wird immer weniger verwendet.
00:07:54: so das geht aber nicht so dass man sagt naja da ist die Landkarte von Deutschland und jetzt fängt das sagen wir mal links an und geht jetzt irgendwie so nach rechts.
00:08:03: Sondern das passiert überall punktuell.
00:08:05: Und hier kommt jetzt ein großes Problem der Tageszeitungsverlage, wir müssen ja überall die Zeitung zustellen.
00:08:12: Das ist ja ein großer Vorteil.
00:08:14: So oder
00:08:14: so?
00:08:14: Egal wie viele Haushalte
00:08:16: da sind.
00:08:16: Genau das und die Abus verschwinden aber punktuelles.
00:08:19: Es ist in ganz Deutschland so.
00:08:20: Also es kein Problem der schwäbischen Zeitungen sondern das ist ein Problem dass jeder Zeitungsverlar hat.
00:08:25: Die Kosten bleiben aber eigentlich den gleichen für das Zustellnetz beziehungsweise sie steigen seit Jahren sogar eben durch Energiekosten Mindestlohn jetzt Veränderung bei den Minijobs.
00:08:35: Und damit wird der Kostenpunkt pro Exemplar immer höher, da versuchen wir ein bisschen was mit Preiserhöhungen zu machen.
00:08:43: aber das kann man natürlich auch nicht zum Extrem treiben.
00:08:50: und wenn man das einmal weiter denkt dann kommt man zu astronomischen Preisen für eine Tageszeitung.
00:08:54: das will man natürlich So.
00:08:56: und da gibt es eine Antwort von Tageszeitungsverlagen, indem die sagen wenn das unter einer bestimmte Zahl sinkt dann hören wir auf zuzustellen.
00:09:06: Dann gibt es nur noch elektronisch.
00:09:08: Haben auch schon einige gemacht?
00:09:09: Genau!
00:09:10: Da gibt es inzwischen relativ viele Orten wo also eine gedruckte Tageszeitung tatsächlich, also eine regionale lokale Tagesordnung nicht mehr existiert.
00:09:17: So, und da haben wir gesagt gegen diese Entwicklung wollen wir uns stemmen.
00:09:20: Nun können wir an sich gegen diese Mathematik auch nichts tun.
00:09:24: aber wir haben eine andere Idee.
00:09:26: Wir haben gesagt wir bauen ein Zustellnetz auf das nicht nur Tageszeitungen transportiert sondern alles was an die haushalte muss.
00:09:34: eigentlich
00:09:36: zum Beispiel Das ist ein Thema im ländlichen Raum, verschwinden Apotheken.
00:09:42: Menschen gehen zum Arzt vielleicht ist dann da in der nächsten Kreisstadt noch eine Apotheke.
00:09:47: die hat aber in dem Moment das nicht vorrätig was man braucht.
00:09:51: und jetzt wollen wir in Partnerschaft mit den Apothecken ganz wichtig also nicht mit irgendwelchen von irgendwo sondern mit den örtlichen Apothekten denen die noch da sind ja ein bestimmtes Gebiet bearbeiten, wollen wir eben sicherstellen dass sie möglichst noch am selben Tag des Arztbesuches auch das Medikament zu Hause zugestellt bekommen.
00:10:11: So und das ist eine Sache dann gibt es tatsächlich immer noch sehr viel Briefposts, es gibt ja viele Pakete Wir sehen ja die ganzen Paketdienste und so weiter.
00:10:21: Und wir haben angefangen zu sagen, wir sammeln das alles... ...und wir transportieren die Dinge!
00:10:27: Wir gehen auch dahin wo übrigens früher die Deutsche Post jeden Tag war was sie inzwischen nicht mehr macht und sagen nö, also wir kommen jeden Tag an jede Hauseite.
00:10:35: Das
00:10:35: bringt natürlich einen retten Schwanz von Fragen mit sich.
00:10:39: Also
00:10:39: zum ersten Mal, das bedeutet im Zweifel zwei du hast morgens oder ich habe morgens nie mal meine Tageszeitung oder zu der Uhrzeit in meinem Briefkasten.
00:10:49: Die kommt dann halt sozusagen im Laufe des Tages richtig?
00:10:51: Ja, das hatten wir erst gedacht und haben gesagt naja klar weil wenn sie Pakete, Briefe, Medikamente, Lebensmitteln andere Dienstleistungen das können Sie gar nicht so früh machen Das muss man dann dem Laufen des Tages tun.
00:11:05: Dann haben wir auch ein bisschen rum experimentiert und haben das mal getestet Und natürlich sind die Menschen jetzt nicht so glücklich Wenn irgendwann am Tag eine Tageszeitung kommt.
00:11:14: Und so sind wir auf eine andere Idee gekommen und haben gesagt, was wäre denn wenn es abends kommt?
00:11:20: Und zwar immer schon das Produkt des nächsten Tages.
00:11:23: Das ist das, was wir jetzt einführen werden.
00:11:25: Das heißt, wir werden also so spät wie möglich zustellen und immer schon die Zeitung vom nächsten Tag mitbringen.
00:11:31: Ich will zwar so sagen radikal und kürde es kein zweites Mal in Deutschland.
00:11:34: Nein
00:11:35: zumindest bislang nicht!
00:11:37: Es gibt viele Kollegen aus deutschen Verlagen, sehr interessiert gucken, wie wir das jetzt machen.
00:11:44: Und was machen Sie mir diesen Blicken?
00:11:46: Freundlich ignorieren!
00:11:48: Wir müssen für uns das gut aufbauen und sind überzeugt dass es ein guter Weg ist um die Existenz von gedruckten Tageszeitungen ja vielleicht noch zehn oder sogar fünfzehn Jahre sicherzustellen und das kann kein Verlag in Deutschland mit der bisherigen Vorgehensweise.
00:12:02: Aber lassen Sie uns das mal weiter denken.
00:12:03: also das heißt wenn die Tageszeitung Am Abend kommt sozusagen schon für den Vortrag, bedeutet das ja in der Logik auch für die gesamte Prozesskette einige Herausforderungen.
00:12:16: Also sprich die Redaktion selbst müssen vermutlich anders arbeiten.
00:12:20: Richtig!
00:12:21: Dann natürlich auch die Druckerei muss auch irgendwie anders arbeiten.
00:12:24: dann natürlich die Logistik von dieser gesprochen haben, die plötzlich nicht nur die Tageszeitung Medikamente und was weiß ich alles dabei haben.
00:12:30: wo sehen Sie momentan?
00:12:33: größten
00:12:34: Veränderungsdruck und Transformationsdruck.
00:12:38: Ja, also wir haben eigentlich die Einzelteile einer Verlachsorganisation jetzt gerade schon ganz gut beschrieben und alle sind von dieser Veränderung massiv betroffen.
00:12:48: ich glaube tatsächlich am massivsten die Redaktion weil wir jetzt tatsächlich ein bisschen anders denken müssen.
00:12:56: klar ist wenn sie haben gesagt es eine Prozesskette so ist es.
00:13:00: das ist tatsächlich recht aufwendig gesagt.
00:13:04: Es wundern sich manchmal Leser, wenn man ihnen das mal erklärt was eigentlich alles passieren muss bevor dann eine Zeitung im Briefkasten steckt.
00:13:12: Ja Fakt ist wir müssen das alles ein bisschen nach vorne legen und weil sonst wird es nicht funktionieren dass man... Wir wollen ja auch nicht abends um drei zwanzig Uhr anklicken und sagen Hurra ihr Medikament is da!
00:13:25: Das wäre vielleicht nicht so schön.
00:13:26: das heißt wir müssen einen Fenster das wir vorab nennen also dass man das noch zu nah christlichen Zeit halt zustellen kann.
00:13:35: Das bedeutet in der Tat, dass wir alles früher machen müssen und das auch einen Redaktionsschluss für die gedruckte Ausgabe früher liegt.
00:13:43: Jetzt haben wir gesagt aus der Not machen wir mal eine Tugend weil die Tageszeitung ist ja eigentlich heute schon nicht das aktuell führende Medium.
00:13:51: Das war früher so, da waren viele Informationen tatsächlich nur in der Tageszeitungen verfügbar Aber diese Zeit ist doch schon ein bisschen länger her.
00:14:00: Wie gesagt, digitale Medien sind natürlich in der Geschwindigkeit weit vorne und sie werden auch heute wirklich breitesten Teilen der Bevölkerung genutzt.
00:14:08: also niemand erwartet dass das jetzt die Tageszeitung sozusagen die Breaking News in der gedruckten Ausgabe funktioniert
00:14:16: ja tatsächlich
00:14:17: nicht dass man die aufschlägt und sagt verdammt Deutschland ist aus der Weltmeisterschaft geflogen.
00:14:21: gut dass ich das jetzt hier lese
00:14:24: Das ist jetzt zum Beispiel eine schlechte Schlagzeile.
00:14:25: ehrlich Ich sag da mal ein anderes Thema.
00:14:28: Nein, so funktioniert es nicht und deshalb entwickeln wir ja seit vielen Jahren schon ein zweites Produkt nämlich das ePaper und sehr viele Abonnenten nutzen das inzwischen viel auch ausschließlich und sagen das ist eigentlich für mich die bessere moderne Formzeitung zu lesen.
00:14:45: ich habe einen Pad ich kann das überall hin mitnehmen ich kann scratchn wenn man schlecht sieht wie ich.
00:14:54: Dann macht das Sinn, dass man die Schrift zum Beispiel größer stellen kann.
00:14:59: Ich kann das dann und dort lesen wo ich möchte.
00:15:02: Und was wir eben anbieten – und das ist etwas Besonderes, wenn Sie aber gerne die Printausgabe haben möchten können sie trotzdem zusätzlich das E-Paper lesen?
00:15:11: Und Sie müssen nicht zusätzlich bezahlen!
00:15:12: Das ist in Ihrem Preis drin.
00:15:13: Also man nennt sozusagen das Beste aus beiden Welten, wobei natürlich schon ... Vorstellen einige sich fragen, na ja also was steht denn dann eigentlich in der Tageszeitung drin wenn die am nächsten Tag noch für mich relevant sein soll?
00:15:28: und Was da drin steht?
00:15:29: dass wir hatten sie uns sicherlich gleich verraten.
00:15:31: Die Zuschauer bleiben Sie dran hier bei Chefsache Und damit herzlich willkommen zurück.
00:15:41: Liebe Zuschauer bei Chefstaffel zu Gast im Studio ist Lutz Schumacher erst, Geschäftsführer der SV Mediengruppe einem der größten Medienhäuser Deutschlands und wir sprechen über einen radikalen Schachzug den sie planen und zwar die Tageszeitung nicht mehr morgen zuzustellen, sondern am Vorabend und dann eben auch noch mit anderen Dingen gemeinsam wie Medikamente und dergleichen.
00:16:04: Ich hatte es vor der Werbung kurz gesagt was bedeutet das letztendlich für den Inhalt selbst?
00:16:09: Und die Qualität des Inhaltes?
00:16:11: weil das ist jetzt eigentlich, sagen wir mal das spannendste.
00:16:14: will ich das Ding eigentlich nur haben oder nicht?
00:16:16: Auf jeden Fall wollen Sie das haben!
00:16:19: Weil sie tatsächlich in Zukunft mehr Inhalte bekommen.
00:16:22: Wir geben Ihnen ja Eine Kombination.
00:16:25: Wir geben Ihnen weiterhin eine gedruckte Zeitung, jetzt eben abends die Zeitung des nächsten Tages.
00:16:31: Die kann man auch wie man es gewohnt ist morgens lesen.
00:16:33: Man muss sie ja nicht abends aus dem Briefkasten nehmen.
00:16:36: Ein Vorteil schon mal eigentlich eine Selbstverständlichkeit aber heutzutage gar nicht mehr so selbstverständlich in Deutschland dass sie dann auch wirklich da ist weil da tun sich alle Verlage in Deutschland inzwischen schwer mit der Zustellqualität.
00:16:50: das hat Ja, mit Personalmangel und mit sinkenden Qualitäten in bestimmten Arbeitnehmergruppen zu tun.
00:17:05: Und das ist gar nicht so einfach und eine Nebenwirkung unseres Modells ist dass wir nur noch mit fest angestellten Arbeiten Und da ist einfach erfahrungsgemäß ein viel, viel höherer Qualitätsstandard.
00:17:20: Weil das sind wirklich Mitarbeiter des Unternehmens die hoch identifiziert sind und mit denen wir eben auch ganz anders arbeiten können als mit sehr vielen Aushilfen wie das bislang der Fall war.
00:17:32: Kann man es so verdichtet sagen dass weniger in der Tageszeitung drin steht was aktuell sozusagen passiert ist?
00:17:40: Als viel mehr Hintergründe viel mehr Geschichten untergleichen.
00:17:45: Genau das, und zwar muss man immer unterscheiden in der gedruckten Tageszeitung da gehen wir tatsächlich auf relevante Themen auch relevante lokale Themen weil viele lokale them leben nicht davon dass ich sie jetzt in dieser Sekunde weiß.
00:18:01: Na ja wissen Sie natürlich wenn ein Gemeinderat etwas beschließt dann klar haben sie eine Waking News, jetzt hat er das beschlossen.
00:18:10: Er hat beschlossen was weiß ich einen Neubaugebiet zu erschließen.
00:18:14: aber viel spannend ist doch eigentlich tatsächlich okay.
00:18:16: was heißt jetzt dieser Beschluss eigentlich?
00:18:18: wie wird es aussehen?
00:18:19: Wie viele Häuser werden da gebaut?
00:18:20: Welche Planungen sind da?
00:18:21: Wie sieht der B-Plan aus?
00:18:23: Wie wird heutzutage ein sehr wichtiges Thema die Energieversorgung?
00:18:27: Ist das an deinem Fernwärmennetz angeschlossen und so weiter?
00:18:31: gibt's da Veränderungen in der Straßenführung usw.
00:18:35: Und das ist etwas was nicht unbedingt am Abend des Entschlusses dargestellt werden muss.
00:18:40: Sondern da ist es viel wichtiger, dass ich umfangreich und gut informiere.
00:18:44: Dann bin ich relevant für die Menschen, die jetzt in diesem Ort leben.
00:18:50: Und da wollen wir uns – das machen wir natürlich auch jetzt schon – aber das wollen wir verstärken und sagen, das ist eigentlich auch die Stärke von Print.
00:18:56: Ich kann das in Ruhe nachlesen oder vielleicht auch mal eine Grafik, ich kann Fotos
00:19:01: usw.,
00:19:02: einfach in einer Präsentationsform Wischen auf dem Handy gar nicht so richtig entspricht.
00:19:09: Gleichzeitig, aber und das ist jetzt eigentlich der Mehrwert haben wir ja auch die elektronische Form der Tageszeitung.
00:19:14: Und bislang sind diese beiden Fassungen identisch.
00:19:16: Das heißt wenn Sie eine schwäbische Zeitung abonnieren dann ist Print- und E-Paper in der Regel identisch.
00:19:22: manchmal wird vielleicht etwas nachgeschoben Aber in der Regel sind es die gleichen Dinge.
00:19:26: Das wird in Zukunft nicht mehr so sein Sondern dass e-paper wird ein eigenständiges Produkt.
00:19:31: Natürlich wird's auch Gemeinsamkeiten geben.
00:19:33: manche Dinge verändern sich dann auch nicht Aber alle Formen von Breaking News werden tatsächlich im E-Paper in der gewohnten Zeitungsoptik drinstellen.
00:19:43: Und das, wie gesagt, geben wir kostenfrei dazu und wir haben die Erfahrung gemacht also es wird zunehmend genutzt.
00:19:51: Wir haben das vor drei Jahren eingeführt dass wir gesagt haben so, ne?
00:19:54: Das darf mitgelesen werden.
00:19:56: Das ist im Preis drin.
00:19:58: Das wächst auch in der Zahl der Menschen die Hybrid lesen.
00:20:01: Also viel über der Immobilität haben ja auch ein Hybrid entwickelt und die elektronische Form.
00:20:10: Und was wir seit Neuem auch anbieten ist, wenn man jetzt sagt ja das ist aber irgendwie ich weiß es auch nicht ich hab mich das Passwort vergessen und ich komme mit diesem Pad irgendwie nichts zurecht dann kann man uns anrufen wir versuchen am Telefon zu helfen und wenn das auch nichts bringt weil irgendwas doch kompliziert ist dann kommt auch jemand von uns ja da kann man einen Termin vereinbaren.
00:20:28: dann kommt jemand und sagt kommen wir richten zusammen einmal das pad ein damit dass mit dem lesendes e-Papers gut funktioniert.
00:20:37: Damit einher geht ja auch einen riesigen Kulturwandel.
00:20:40: Also wenn ich mir vor die Tageszeitung anschaue, sozusagen als Gatekeeper und jetzt wird dazu so zu sagen ein Teil aus einer regionalen Versorgungsinfrastruktur wie verändert sich letztendlich auch die Rolle eines Medienhauses?
00:20:55: Und das Selbstverständnis eines Medienhauses?
00:20:58: Das ist tatsächlich eine sehr, sehr gute Frage.
00:21:00: Weil das ist nämlich der entscheidende Punkt, dass wir diesen Wandel akzeptieren müssen.
00:21:07: Ich hatte vorhin schon gesagt die Zeitung war früher für viele Informationen das einzige Medium.
00:21:12: Es gab ja auch früher schon natürlich Rundfunkmedien aber diese breite und tiefe Information hat niemand anders.
00:21:21: Und dementsprechend, das Wort Gatekeeper meint ja was wir gemacht haben.
00:21:26: Das war da!
00:21:27: Was wir nicht gemacht haben, das existierte gar nicht als Information.
00:21:31: Dies ist heute völlig anders weil Social Media hat vieles verändert in der Gesellschaft.
00:21:37: auch das wenn man heute sagen Diese Polizei-Meldung finden wir jetzt irgendwie nicht so gut.
00:21:43: Das könnte die Bevölkerung verunsichern, wir bringen das nicht.
00:21:46: Tja sie ist trotzdem auf dem Markt und wird dann eben über Social Media verbreitet.
00:21:49: also das meint diese Gatekeeper Rolle.
00:21:52: Die ist weg!
00:21:53: Und das ist einerseits für das Selbstverständnis von Medienhäusern Vielleicht ein bisschen verstörend, aber da liegt auch eine große Chance drin.
00:22:04: Denn wir sind heute ja umgeben von so viel Informationen und... kann vieles gar nicht mehr richtig einordnen.
00:22:12: Es wird immer nur über Fake News gesprochen, aber ich glaube das die Flut von Informationen, die ich überhaupt nicht mehr geordnet bekomme wo ich gar nicht weiß ist es jetzt eigentlich wichtig.
00:22:20: oder was sagt denn das?
00:22:22: Oft stimmen Fakten durchaus die irgendwie durch die Gegend aber sie sind völlig zusammenhangslos.
00:22:26: also man kann damit gar nichts mehr anfangen und deshalb ist es glaube ich doch wichtig dass die klassischen Medien sich auf diese Funktion der Ruhe und Ordnung besinnen.
00:22:42: Und zu sagen, da ist jetzt aber mal so eine Stelle, da laufen die Dinge zusammen und ich finde nach wie vor das zum Beispiel ein E-Paper wenn man jetzt sagt, komm Print ist jetzt vielleicht für weite Teile der Bevölkerung nicht mehr das Richtige.
00:22:56: Aber in einem E- Paper wo du ja in Zukunft sogar dreimal am Tag sagst, ich fasse jetzt mal zusammen, ich gebe mal einen Stand zu den Dingen und sage was ist eigentlich bekannt?
00:23:04: Was ist nicht bekannt?
00:23:09: Das hat schon auch einen großen Wert.
00:23:12: Und das meint ein Teil von dem, was wir Versorgung nennen.
00:23:16: Wir versorgen mit relevanten Informationen, mit Ordnung und Ruhe und mit Übersicht über Dinge – das ist für dich wichtig?
00:23:23: Das ist vielleicht gar nicht so wichtig!
00:23:25: Natürlich hat jeder Mensch die Möglichkeit sich auch andere Informationsqueren, man will ihn ja gar nicht beformen unten aber dass man vielleicht so ein bisschen ein Leuchtturm in der Landschaft ist und sagt, es gibt einen Orientierungspunkt vor allem im Lokalen wo das keiner sonst richtig.
00:23:39: Wir kommen so langsam aber sicher zum Ende der Sendung, was natürlich schon große Fragen sind.
00:23:46: Das eine ist, was passiert wenn es nicht klappt?
00:23:49: Also sprich das Thema Risikomanagement sozusagen, das zweite Thema ist wie kann man auch die Menschen mitnehmen?
00:23:56: Sowohl die Leser als natürlich auch die eigene Mannschaft.
00:23:58: Fünf Tausend Mitarbeitende ist ja nicht wenig.
00:24:00: Nein, das stimmt!
00:24:02: Wir bereiten das Ganze jetzt natürlich schon ein bisschen länger vor.
00:24:04: wir haben es auch in mehreren Lokalausgaben des Hauses getestet.
00:24:07: deshalb sind wir eigentlich sicher dass es funktionieren wird.
00:24:10: Und was man vielleicht noch dazu sagen muss, weil sie das Stichwort Versorgung angesprochen haben.
00:24:18: Wir glauben ja auch dass wir das sehr gut weiterentwickeln können und tatsächlich gerade im ländlichen Raum eben Teil dieser Versorgungsinfrastruktur sind zum einen indem wir eben gesellschaftliche Vorgänge weiterhin begleiten moderieren.
00:24:30: Das macht sonst niemandem lokalen das könnte das machen nur wir.
00:24:33: wenn wir es nicht machen dann ist das vorbei.
00:24:35: Dann passieren Dinge in den in den Städten und Gemeinden wo niemand mehr drüber richtig redet, dann gibt's nur noch Gerüchte und Dinge die irgendwie ja irgendwer macht irgendwas aber man weiß es halt auch gar nicht mehr.
00:24:49: Das ist eine wichtige Form der Versorgung.
00:24:51: Und wir nehmen eben das, wie ich erwähnte vorhin schon, wo früher eine Bundespost tätig war ... Wir kommen jeden Tag an jeden Haushalt und wir nehmen alles mit was geht.
00:25:01: Ich habe das Stichwort Medikamente genannt aber wir können uns da sehr viel vorstellen und sind auch sehr offen für Partnerschaften.
00:25:06: Wir wollen dass es weiterhin im ländlichen Raum die Dinge einfach gibt, dass sie physisch da sind und dass wir dann entsprechend sichtbar für die Menschen da sind.
00:25:17: weil dann unsere Fahrzeuge, es sind sehr viele die da gerade angeschafft werden.
00:25:22: Die wird man jetzt in jedem Ort jeden Tag sehen.
00:25:24: Abschließend eine Frage was macht das mit Ihnen persönlich?
00:25:28: Es ist ne große... Aufregung einerseits, weil das ja wirklich ein sehr relevanter neuer Schritt ist und andererseits bin ich auch ein bisschen glücklich darüber zu sagen du kannst hier wirklich was gestalten.
00:25:40: Unsere Branche hat die letzten Jahre immer nur über Abwärts gesprochen, hat gejammert ach jetzt kommt wieder diese Regulation jetzt ist dieses und ach es geht alles zu Ende und wir werden alle sterben und ich finde das ist ein positiver Ansatz.
00:25:55: Wir gestalten wieder etwas und das macht mir große Freude.
00:25:58: Herzlichen Dank für das Gespräch mit Schumacher.
00:26:01: Liebe Zuschauer, das war's wieder soweit hier bei Schiffstag.
00:26:03: Herzlichen Danke fürs Einschalten!
00:26:04: Wir sind spätestens in zwei Wochen wieder.
00:26:06: bis dahin Ihnen alles Gute.
00:26:08: Tschüss.