CHEFSACHE · der Personality-Talk mit Rolf Benzmann

CHEFSACHE · der Personality-Talk mit Rolf Benzmann

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00:00:07: Hallo und herzlich willkommen, liebe Zuschauer zu einer neuen Folge von Chefsachen.

00:00:11: Gesundheit spürt man erst wenn man sie nicht mehr hat.

00:00:14: diese Aussage kennen Sie aber dieser Aussage ist auch übertragbar auf das Gesundheitssystem.

00:00:20: mitten drin in dem selbigen stehen die Kliniken vor ihrer größten Transformation der Geschichte.

00:00:27: mein heutiger Gast ist chef von einem der größten klinikverbünde süddeutschlands.

00:00:33: sechs kliniken ein verbund eine Aufgabe.

00:00:37: Rund fünfhundertfünfzigtausend Menschen in der Region Böblingen und Kalf verlassen sich auf eine gute medizinische Versorgung, mitten in einer der größten Umbruchsphasen die das deutsche Gesundheitssystem je erlebt hat.

00:00:50: Weniger Fachkräfte mehr Bedarf – wachsender wirtschaftlicher Druck!

00:00:54: Der Klinikverbund Südwest zählt zu den größten kommunalen Gesundheitseinrichtungen Süddeutschlands und arbeitet daran medizinisch versorgen neu zu denken.

00:01:03: Vernetzt statt vereinzelt, auf Qualität statt auf Nähe allein ausgerichtet.

00:01:11: Und ich begrüße ganz herzlich im Chefstache-Studio Alexander Schmidtke.

00:01:15: Sie sind Geschäftsführer des Klinikverbundes Südwest.

00:01:18: Schön dass ihr hier seid!

00:01:19: Danke für die Einladung.

00:01:20: Wir starten gleich mit ihrer beruflichen Karriere.

00:01:23: Sie haben ursprünglich mal als Pflegekraft begonnen Wirtschaft studiert und sind heute

00:01:29: Chef

00:01:30: von einem Klinikum verbunden.

00:01:31: Wie passt das zusammen?

00:01:32: Warum sind sie nicht vorstand von Einer Bank beispielsweise geworden.

00:01:36: Ja, gut es ist jetzt vierzehn Jahre fast her wo ich eine Pflegeeausbildung gemacht habe aber ich finde das ist das Fundament für mich auch von der familiären Seite.

00:01:46: sehr soziale Familie sehr bodenständig.

00:01:49: meine Mutter hat mal zu mir gesagt geh in einen Beruf der wirklich krisziger ist und dass ist im sozialen Bereich und da hab' ich dann die Krankenpflege Ausbildung

00:01:57: gemacht.

00:01:58: Damit hat sie recht behalten.

00:01:59: Dann haben Sie Wirtschaft studiert?

00:02:01: Da hätte die Reise und, sag ich mal ... Die Abbiegung hätte ja auch ein bisschen anders laufen können.

00:02:05: Aber jetzt sind Sie im Geschäftsführer von der Klinik verbunden!

00:02:08: Ja was das angeht bin ich sehr, sehr bodenständig und sehr konsequent dabei geblieben Und habe dann auch ganz verschiedene Träger kennengelernt Bin schon lange in der Managementposition Und profitiere da auch durch unterschiedlichste Träger, ob das jetzt ein gemeinnütziger christlicher Träge war oder auch eine Universitätsklinik und bin jetzt beim Klinik verbunden Südwest wieder in kommunaler Trägerschaft.

00:02:34: Meistens waren es Kommunaleträger oder auch das Land – in dem Fall des Landes Bayern.

00:02:38: Sie haben über Jahre, Jahrzehnte hinweg möchte man sagen die Branche aus dem FF kennengelernt ja nicht nur in der Beobachtung sondern quasi mitten drin.

00:02:48: wo befinden wir uns denn jetzt heute?

00:02:49: Wenn wir uns mal die gemenge Lage dessen anschauen, was da so in den Sendungen kommt, was in den Schlagzeilen drin steht.

00:02:57: Wie ist denn der Blick von einem, der sich damit auskennt?

00:02:59: Ja gut wir haben glaube ich jetzt stehen vor einer großen Revolution, was die Medizinversorgung insgesamt angeht.

00:03:06: Warum Revolution?

00:03:08: Wir haben sehr hohen Fachkräftemangel, die Demografie ist bekannt das heißt es werden die Babyboomer jetzt in Kürze Alle in Rente gehen, die Fachkräfte kommen nicht nach.

00:03:18: Wobei der

00:03:19: Problem kettelt ja eigentlich schon seit Jahren, weil irgendwann ... Also jeder kennt ja diese demografische Pyramide und so weiter.

00:03:26: Aber das kommt ja nicht von heute auf gleich.

00:03:28: Ist nicht von heut auf gleichgekommen?

00:03:29: Das ist so, aber manchmal entstehen eben gute Lösungen unter Leidensdruck.

00:03:34: Und jetzt glaube ich geht es letztlich darum den Fachkräftemangel ein Stück weit wirklich sehr ernst zu nehmen.

00:03:42: Jetzt geht's darum, die Qualität, die Versorgungssicherheit im Menschen vor allem in den Vordergrund zu stellen.

00:03:49: Wir haben einen wahnsinnigen medizinisch-technischen Fortschritt in den letzten Jahren erlebt der ... wir haben den Segen, wir werden alle deutlich älter.

00:03:57: aber ich glaube es ist sehr wichtig dass die Lebensqualität auch stimmt und deswegen ist Medizin etwas, gerade Gesundheit merkt man erst wenn sie nicht mehr da ist.

00:04:08: Da möchte ich gern meinen Beitrag leisten und das kann ich jetzt beim Klinikverbund Südwest, in dem mich da die medizinische Landschaft, die Krankenhauslandschaft aber auch den ambulanten Bereich wirklich modern zukunftsorientiert noch vorne gut strukturiere.

00:04:24: Und aufstelle!

00:04:27: Mich treibt letztlich, dass sich ein Beitrag leisten möchte für eine hohe Lebensqualität der Region Und das kann man, glaub ich mit einer guten Medizin pflege und einem vernünftigen Gesamtkonzept.

00:04:40: Ich würd's mal so sagen ... Man hört ja unterschiedliches

00:04:42: hier!

00:04:43: Und Sie hören auch unterschiedliches?

00:04:45: Das Thema Krankenhausklinikum oder wie auch immer du es nennst ist ja oft ein Politikum.

00:04:52: Wir hören immer wieder von Kliniken die wirtschaftlich in Bedrängnis, in Notlage gekommen sind.

00:05:00: Es wird bisweilen die Existenz von dem einen oder anderen Frage gestellt.

00:05:04: Es gibt Rechstrukturierungen auch in Ihrem Fall, man kommt zusammen aber am Ende geht es ja immer wieder darum wie du in einer Region diese Gesundheitsversorgung sicherstellen kannst.

00:05:13: wenn Sie mal den Markt in Anführungszeichen anschauen und die Kliniken darin was passiert da jetzt eigentlich gerade?

00:05:20: Ja gut das geht jetzt sehr stark darum hochkomplexe medizinische Leistungen zu konzentrieren, zu spezialisieren.

00:05:26: Warum ist Sinnvoll und notwendig?

00:05:28: Ja, aus Qualitätsgesichtspunkten.

00:05:29: Es gibt einfach viele Studien die nachgewiesen haben dass die Qualität umso größer ist je größer die Routine auch ist in der Medizin.

00:05:39: Und wir hatten bislang natürlich flächendeckend ein sehr großes Krankenhausnetzwerk.

00:05:45: Wir haben vergleichsweise mit anderen Ländern Prothausendeinwohner, die doppelte Anzahl an Krankenhausbetten in Deutschland.

00:05:53: Es ist nicht unbedingt das bessere System.

00:05:55: zum Schluss, warum?

00:05:57: Weil viele Länder schon vor zehn, fünfzehn Jahren stärker restrukturiert haben mehr ambulante Versorgungsangebote vorabgestellt und wirklich die Krankenhaus-Betten den stationären Bereich sehr stark zentralisiert haben.

00:06:11: Wenn wir uns jetzt mal so einen Krankenhaushalt anschauen ... Also ich sag's mal grob!

00:06:16: Da beginnt's und verendet es.

00:06:17: Zwischendurch bist du im dümmsten Fall auch ab und zu mal dort, also du wirst geboren und manchmal stürbst du auch da und zwischendurne hast du dann irgendwelche Behandlungen usw.

00:06:25: Also ich sag mal so ... Das Krankenhaus ist ja ganz eng mit dem Leben verbunden und dem Ort wo du bist.

00:06:36: Und das verändert sich.

00:06:37: jetzt sagen Sie?

00:06:38: Ja, genau das was sie ansprechen macht es auch komplex.

00:06:43: Weil Menschen natürlich in ihrem Krankenhaus viel erlebt haben.

00:06:47: Sie sind geboren, sie haben Abschied genommen von lieben Angehörigen, von Eltern und Oma, Opa ... Und das ist ein Stück Identitätsstiftend, Sinnstiftende auch für Städte für Gemeinden.

00:06:59: Das macht es so schwierig den Umstrukturierungsprozess vernünftig zu erklären.

00:07:03: Es ist sehr emotional.

00:07:05: Und ich glaub da liegt auch so ein wichtiger Schlüssel wenn wir über die Umstrukturierung von Medizin regional nachdenken.

00:07:15: Ich glaube, es geht zunächst einmal darum ein vernünftiges Zielbild zu entwickeln.

00:07:19: Also wo wollen wir in zehn Jahren stehen?

00:07:21: Wo wir mehr als zwanzig hier anstehen.

00:07:23: Das Zielbild gibt natürlich eine menschliche Perspektive des.

00:07:27: der erste Punkt oder zweite wichtige Punkt ist aus meiner Sicht das Thema Kommunikation.

00:07:32: Lass uns aber bevor wir auf Kommunikationsgehen erst mal kurz auf das Zielbild eingehen.

00:07:36: wie sieht denn ganz konkret ein Zielbild aus welches Menschen nachvollziehen können und im Zweifel auch gut finden.

00:07:46: Im dümmsten Fall musst du auf das Klinikum verzichten, was vorher bei dir vor der Haustür war, wo du innerhalb von fünf Minuten hinfahren konntest, wenn du Probleme hattest?

00:07:53: Der Landkreis Böbling in der Landkreiskralf sind knapp sixhunderttausend Einwohnern.

00:07:59: Als ich Ende zweiundzwanzig gestattet bin hatten wir sechs Krankenhäuser die alles angeboten haben.

00:08:04: An allen Standorten eine hohe medizinische Doppelvorhaltung.

00:08:09: Jetzt greift der Fachkräftemangel.

00:08:11: Wir können gar nicht mehr überall diese medizinische Doppelvorhaltung mit den Fachkräften abdecken, das heißt jetzt kommen wir auch an Strukturprobleme, sagen mal die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

00:08:23: Wir haben ein Zielbild entwickelnd darauf einzahlt, dass wir ein regionales Medizinkonzept haben wo jeder Standort eine Bedeutung hat, eine Aufgabenstellung hat.

00:08:32: innerhalb des Gesamtkonzeptes aber innerhalb von dreißig Kilometern erreicht jeder Patient Notfallversorgung und ein gutes medizinisches Angebot.

00:08:43: Und so haben wir beispielsweise in Kalf einen Gesundheitskampus entwickelt, ein tolles Projekt Krankenhaus mit sektorübergreifenden Angeboten mit weiteren Gebäuden die eng zueinander vernetzt sind.

00:08:55: Wir haben zum Beispiel das Krankenhaus in Herrnberg eine Traditionsklinik.

00:08:58: Es war eine schwierige kommunikative Aufgabe.

00:09:01: In den letzten Jahren haben wir umgemandelt zu einem intersektualen Gesundheitsversorge.

00:09:05: Das heißt wir haben noch vierzig Betten.

00:09:07: Ja, die Wohnortnarr-Patienten versorgen aber eben eher leichtere Fälle und haben ein ganz breites ambulantes Angebot geschaffen.

00:09:16: Mit sieben Kassenarzt sitzen wir bauen das auch noch weiter aus und mit Fliege.

00:09:21: Das ist beispielsweise ein Konzept was gut zu unserem Gesamtkonzept passt.

00:09:25: dann wird Böblinge uns sindelfingen wird neu gebaut es ist das Flugfeldklinikum zum Maximalfersorger, wenn zwei Krankenhäuser zusammengeführt.

00:09:34: Und dann haben wir Leonberg noch und Nagel.

00:09:36: Nagel wird ein Schwerpunktversorger mehr im Südwesten.

00:09:41: Flugfeldklinik auf der anderen Seite.

00:09:42: Jetzt arbeiten die Kliniken eng zusammen.

00:09:45: Jetzt kommt es darauf an wie Sie die Patientensteuerung organisieren?

00:09:48: Wie Sie die Bürgerinnen und Bürgern das auch klarmachen.

00:09:50: was ist unser Leistungsangebot und wo gehst du wie hin?

00:09:54: Ich kann jetzt aber zwischen den Zeilen vor allen Folgen des Mal ableiten Also, wenn du glaubst ... Du bist allein unterwegs und machst sozusagen noch die gesamte Bandbreite, bist du nicht mehr zukunftsfähig.

00:10:08: Kann man das so brutal sagen?

00:10:09: Das geht nicht.

00:10:10: Heute geht alles nur über Kooperationen, über Vernetzung, über regionale Versorgungskonzepte... Du

00:10:17: musst größer denken letztendlich.

00:10:18: Ja.

00:10:18: Über deinen Tellerrand der kommunalen Grenze und auch im Zweifelsfall des Landkreises hinausdenken.

00:10:24: Sonst geht's nicht!

00:10:25: Da kommt jetzt wieder meine Herkunft als Krankenpfleger Und heute Manager, dass ich letztlich die Strukturen und Prozesse aus Sicht des Patienten durchdenke.

00:10:36: Und mir überlege was braucht der Patient?

00:10:38: Und wenn man mal selbst im Krankenhaus gearbeitet hat nach Dienste gemacht hat, OP war ... den Geruch noch von Desinfektionsmittel, noch wirklich in der Nase hat.

00:10:50: Dann weiß man wie die Menschen vor Ort ticken und was die Patienten v.a.

00:10:53: brauchen und was auch die Mitarbeiter letztlich treibt.

00:10:57: Und das ist glaube ich wichtig wenn man über Versorgungskonzepte nachdenkt weil es geht am Ende einmal über Inhalte aber es geht auch um die Frage der Emotionen und es geht um Lebensqualität.

00:11:08: Und da brauchen sie das notwendige Mindset für.

00:11:12: Sie sprechen von einem Mindset?

00:11:14: Ich sprich vielleicht vor Mindset noch über Rahmenbedingungen.

00:11:18: Und da müssen wir einfach auch über Politik sprechen, also bisweilen nimmt man ja dieses Gesundheitssystem hierzulande und man bekommt ja immer mehr mit wie es eigentlich woanders läuft als chaotisch unstrukturiert ineffizient untergleichen war.

00:11:32: Was haben wir denn für Fehler gemacht?

00:11:34: Also erst mal würde ich sagen die Mitarbeiter arbeiten tatsächlich in einem ineffiziierten System was sich über viele viele Jahre entwickelt hat.

00:11:42: Wir haben ein paar Besonderheiten in Deutschland, wir haben beispielsweise eine doppelte Facharztschiene.

00:11:49: Ich sage jetzt mal Beispielen in Schweden so nicht!

00:11:51: In Schweden gibt es Medialgemeinmediziner und Fachärzte.

00:11:55: Infrastruktur ist an den Krankenhäusern gezentriert als ein Beispiel.

00:11:59: Ein weiteres Beispiel wäre jetzt die Sektoren-Trennung zwischen ambulant und stationär.

00:12:06: Ich glaube, hier muss es durchlässiger werden.

00:12:09: Das ist noch viel zu wenig.

00:12:10: Es wird noch.

00:12:11: jeder denkt in seinem Sektor.

00:12:12: Wir haben dann die Pflege und die Reha.

00:12:15: Wir arbeiten in Sozialgesetzbüchern.

00:12:17: Es ist unheimlich reguliert der Medizin, der gesamte Gesundheitsmarkt.

00:12:23: Aber wenn Sie sagen, das ist so unglaublich regulierend?

00:12:26: Aber Sie haben jetzt einen Handlungsdruck und müssen etwas machen und können nicht lange warten bis ... Wer auch immer die Rahmenbedingungen verändert hat, wusste denn überhaupt dann Ihr Handlungsspielraum?

00:12:36: Also was können Sie denn überhaupt machen?

00:12:39: Ja gut.

00:12:39: Innerhalb unseres Rahmens können wir handeln!

00:12:41: Wir haben die Medizinkonzeption wie wir sie jetzt entwickelt haben, haben wir nicht aufgrund von Reform umgesetzt.

00:12:47: Wir haben den Rahmen genutzt, den wir haben und haben die Ärmel hochgekrempelt oder mutig sind voran marschiert.

00:12:55: letztlich die Treiber, die zur Reform führen sind uns bekannt.

00:12:58: Der Fachkräftemangel, Finanzierbarkeit, die Frage der Qualitätskriterien

00:13:03: etc.,

00:13:03: was braucht der Patient?

00:13:05: Und wenn man das dem Grunde nach in den Mittelpunkt stellt dann leiten sich einfach Zukunftskonzepte ab und die haben wir sehr frühzeitig aufgestellt.

00:13:15: und die Zukunftskonzepte dürfen aber auch immer ein Stückchen weiterwachsen.

00:13:18: sie dürfen auch angepasst werden.

00:13:19: also wer glaubt dass er heute einen Konzept aufstellt was zehn Jahre so hält Das wird nicht funktionieren.

00:13:25: Es braucht eine gewisse Anpassung immer wieder, aber der Rahmen ist klar und das ist auch das Zielbild von dem Gespräch.

00:13:31: Und wenn man das den Menschen klar macht dann gibt es eine Orientierung für die Menschen.

00:13:34: Dann ist es auch sinnstiftend und das kann man glaube ich auch den Bürgerinnen und Bürgern klarmachen und im potenziellen Patienten

00:13:41: Ja und ich sage mal zwischendrin sind ja auch noch gewisse Interessen zwischen der Klinik und den Bürgern.

00:13:47: Du hast ja bei denjenigen natürlich immer auch die Frage der Trägerschaft, also wer hängt da quasi mit drin?

00:13:54: Sind es die Kommunen sind ist die Landkreise und die haben ja auch wieder ein ganz ureigenes politisches Interesse wie Ihnen beispielsweise gelingt genau diese Stakeholder wir uns so schön sagt auch mit ins Boot zu holen.

00:14:06: Darüber möchte ich gleich unter anderem im zweiten Teil dieser Sendung sprechen Herr Schmidtke.

00:14:10: Liebe Zuschauer bleiben Sie dann, gleich geht es weiter hier bei Chef Sachl!

00:14:21: Und damit herzlich willkommen zurück, liebe Zuschauer.

00:14:23: und meine Chefsache zu Gast im Studio ist Alexander Schmidke.

00:14:26: Er ist Geschäftsführer vom Klinikverbund Südwest, einem der größten Klinikum in Baden-Württemberg.

00:14:32: Wir sprechen über die Transformation der Gesundheitsstruktur mit welcher wir tagtäglich auch zu tun haben und mit dem Gesundheitssystem.

00:14:42: die Kliniken haben dort eine zentrale Bedeutung stehen.

00:14:46: aber zum Teil mit dem Rücken einer Wand haben wir schon von Ihnen gehört, lesen wir tagtäglich.

00:14:52: Und die Kunst besteht darin, Mitarbeiter, die Politik und letztendlich die Menschen in der Region mitzunehmen.

00:14:57: Das haben Sie uns im ersten Teil schon vermittelt.

00:15:00: Stichwort Politik!

00:15:03: Die Kliniken hängen ganz stark auch an den Landkreisen, an den Kommunen.

00:15:08: Und ein Politiker will nicht auf seine Klinik verzichten.

00:15:12: Weil im Zweibelsfall er dann halt nicht mehr gewählt wird.

00:15:15: Wie gehen sie damit um?

00:15:16: Ja, Gott sei Dank ist es so.

00:15:17: Ich meine das ist ein Stück Daseinsvorsorge.

00:15:20: Gesundheitsversorgung, Medizinversorgungen – ist das Fundament unserer Gesellschaft und insofern glaube ich ist es auch gut und wichtig was kommunale Träger hier die Verantwortung übernehmen.

00:15:32: Das Thema Finanzierbarkeit wird zunehmend schwieriger weil die Haushaltskassen Lehrer werden und die Verluste ansteigen.

00:15:38: Das hat etwas mit dem finanzpolitischen Rahmen zu tun.

00:15:42: Auch unserem Finanzierungsrahmen, der halt auch nicht auskömmlich ist.

00:15:46: Wo wer Tariflöhne teilweise nicht mehr refinanziert bekommen vonseiten des Bundes und die Kommunalpolitik bei uns ist mutig.

00:15:56: also

00:15:57: wir haben

00:15:59: mal den Spruch geprägt Wir wollen keine Privatisierung aber wir wollen Denken und handeln.

00:16:07: mir einen Privater, also wie ein Unternehmer.

00:16:09: Das

00:16:10: ist spannend, wenn Sie das eine Verwaltung sagen.

00:16:13: Also verstehen die was Sie da meinen?

00:16:15: Ja, würde ich zu hundert Prozent für meine beiden Landkreise in Anspruch nehmen.

00:16:21: Das ist uns gelungen, über die letzten Jahre wirklich inhaltlich ein Medizinkonzept auf den Weg zu bringen mit einem Zielbild.

00:16:29: Was wir auch öffentlich klar vertreten – was die Landräder vertreden und was der Aufsichtsrat vertritt.

00:16:34: Wir haben eine fusionierte Gesellschaft.

00:16:37: also ich glaube wir arbeiten schon sehr effizient und haben ganz klare Ziele sowohl was die Medizin angeht als aber auch die Qualität angeht, Versorgungssicherheit was unsere Betriebsergebnisse angeht.

00:16:52: Und ein zweiter wichtiger Hebel ist natürlich die Frage der Kommunikation, wenn Sie sagen wie nehmen wir die Kommunalpolitik mit?

00:17:00: Dann glaube ich es ist wichtig ... Ich arbeite lange in der Kommunal-Politik also mit kommunalpolitischen Trägern und ... Die sind mit echten Herzblut auch!

00:17:12: an die Gemeinden, an ihren Krankenhäusern aber auch an den Patienten.

00:17:16: Dafür nicht unterscheiden.

00:17:17: Jeder Kreisrat hat ja Ansprachen durch die Bürgerinnen

00:17:20: und Bürger.

00:17:20: Im Zweifelsfall wirst du am Ärmel gezupft und sagst was machst du da?

00:17:26: Wir diskutieren intensiv.

00:17:28: Ich versuche wirklich unsere Konzepte so zu erläutern dass klar ist die Dimension in Versorgungsqualität, Finanzierbarkeit stehen für uns im Vordergrund.

00:17:39: Qualität ist das Thema Nummer eins, für die Patienten und für die Mitarbeiter nicht die Frage der Wirtschaftlichkeit?

00:17:45: Das kommt aus meiner Sicht nachher sowieso.

00:17:48: Und möglicherweise auch nicht die Nachfrage nach der Nähe.

00:17:51: richtig!

00:17:51: Weil ich sag mal so... Wenn du jetzt dich für Qualität oder Nähe entscheiden musst, Du hast jetzt irgendwas mit der Nase bei, Spitzweißes oder sonst was, dann wirst du in Zweifelsfall ...die Qualität der Nähen vorziehen.

00:18:04: Ist das die Maßgabe?

00:18:05: Ja, da haben sie

00:18:05: völlig recht.

00:18:06: des Thema gehen in das nächste mögliche Krankenhaus ist natürlich das emotionalste Thema.

00:18:11: Das haben wir auch bei unserer Diskussion, wir haben ja Stadthallen gefüllt mit unserer Konzeption.

00:18:16: Achthunderttausend zwölfhundert Menschen waren in den Stadtheilen und wir haben jetzt nicht nur rumgeerntet aber wir waren konsequent, wir waren standhaft und wir hatten gute Argumente und im Nachhinein glaube ich zahlt sich es jetzt auch aus.

00:18:29: Es geht nicht darum, das nächste Krankenhaus zu erreichen.

00:18:33: Nähe ist wichtig, aber es geht darum das bestmöglichste Krankenhaus zu reichen.

00:18:37: Wenn Sie heute einen Herzinfarkt haben und Schlaganfall haben, wenn sie wirklich lebensbedrohlich erkrankt sind dann geht's in erster Linie darum, Sie müssen ein Zentrum, in dem Sie sicher sein können.

00:18:46: Sie haben wirklich die notwendige Kompetenz, die Qualifikation auch die Medizintechnik Und dafür braucht es einfach auch Zentren in der Zukunft.

00:18:57: Der Patient hat ja heute sowieso die Möglichkeit, er ist aufgeklärt.

00:19:01: Es gibt genügend Qualitätsberichte, es ist alles im Internet einlesbar.

00:19:05: bei Elektiv- ... also bei Operationen beispielsweise, wo sich der Patient aussuchen kann, wohin geht, Knie hüpft und da schaut der Patient sowieso schon, wo ist die Komplikationsrate niedrig?

00:19:17: Wo gibt's gute Patientenbewertungen?

00:19:19: Ich glaub das ist, wir dürfen den Patienten glaube ich nicht unterschätzen.

00:19:23: aber Das muss ich nur sagen, in der Zwischenphase, also zwischen den Krankenhäusern geht es sehr stark um eine sehr gute Notfallversorgung.

00:19:30: Die Notfall-Versorgung bietet Sicherheit und die Menschen wollen Sicherheit.

00:19:35: Das Sicherheitsgefühl ist uns immer wieder gesagt worden.

00:19:37: was mache ich denn wenn ich das oder jenes habe?

00:19:40: Dann kommt ja erst mal der Notarzt da kommen der Rettungsdienst die Erstversorgungen.

00:19:43: Die muss stimmen!

00:19:44: Und dann müssen sie in das nächste oder in das bestmöglichste Krankenhaus fahren.

00:19:48: Wollen wir mal vielleicht noch die Sichtweise auf das Thema Gesundheit verändern?

00:19:54: Wenn man jetzt, sag ich mal, die reaktive Seite verlässt.

00:19:57: Dass irgendetwas passiert ist in die präventive Seite.

00:20:00: Es gibt ja durchaus auch Länder ... Da bekommst du nicht ein neues Knie, wenn ihr vorher Gewicht abgenommen hast.

00:20:08: In Deutschland wird es trotzdem gemacht.

00:20:11: Prävention ist für mich Teil der Medizin und ... Wird

00:20:16: es auch so gelebt hierzulande?

00:20:17: Also in Deutschland, wir diskutieren seit zwanzig- dreißig Jahren über Prävention.

00:20:21: Und es ist mir noch viel zu wenig.

00:20:23: Ich glaub der Anreiz für Eigenvorsorge, für Eigenverantwortung muss deutlich wachsen.

00:20:30: Es gibt klare Studien darüber

00:20:31: ... Wie zum Beispiel?

00:20:33: Über Gesundheitsbildung.

00:20:34: Ich glaube, es braucht Bildung und Formate.

00:20:38: Das Thema

00:20:39: z.B.,

00:20:40: Bewegungsmangel, Ernährungen... Übergewicht, Rauchen.

00:20:46: Es weiß ja jeder!

00:20:47: Aber wir sind den Gewohnheiten und ich glaube es ist wichtig einfach zu verstehen das ist natürlich mit unserem Körper was macht und das ist der präventive Ansatz.

00:20:55: Wir können also Reparaturmedizin aus meiner Sicht die wir in Deutschland leider schwerpunktmäßig haben Wo wir gute Vorbilder in anderen Ländern haben, die kann die Eigenverantwortung der Menschen nicht ersetzen.

00:21:07: Wer

00:21:07: soll denn dann für diese Eigenverordnung den Menschen zuständig sein?

00:21:11: Soll das

00:21:11: auch noch die Kliniken machen, dass sie sich ein bisschen um das Thema Gesundheitsbildung kümmern sollen oder wo würden Sie das aufhängen?

00:21:17: Ich glaube

00:21:18: es ist auch einen Auftrag, den wir haben Ja, also den auch durchaus ... sag ich mal.

00:21:22: Menschen haben Ärzte, Pflegekräfte, Personal vom Kliniken von ambulanten Bereichen, Gesundheitsämter, Kommunalpolitik, Landespolitik, Bundespolitik.

00:21:31: Ich glaub wir brauchen da wirklich deutlich mehr an Bildungsangeboten.

00:21:35: aber was wir auch brauchen, wir brauchen auch echte Anreize.

00:21:37: und ich finde das Thema mit dem Knie, was ihr angesprochen habt, das find ich insofern spannend weil ich selbst mal abgenommen habe, ich hatte immer Knieschmerzen und kann nur sagen es ist sensationell, zwanzig Kilo weniger keine Knieschmerzen, keine Schmerzmittel, keine Spritzen und eine mögliche Knieoperation habe ich vielleicht zehn, zwanzig Jahre nach vorne geschoben wenn ich es überhaupt brauche.

00:22:00: Und ich glaube das ist am Ende des Tages was mich motiviert auch meine Gewohnheiten ein Stück weit umzustellen und dafür auch ein Stück jeden Tag zu kämpfen.

00:22:10: Es ist immer schwer aus alten Gewohnheit herauszukommen.

00:22:13: wir sind in den Komfortzonen aber Prävention ist aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Punkt

00:22:19: Wenn man gesund sein möchte in der Zukunft.

00:22:22: und wenn wir über die Zukunft sprechen, möchte ich auch die Gesundheit in der Klinikstruktur mit Ihnen noch erörtern.

00:22:31: Was ticken Sie?

00:22:31: Wo geht denn jetzt die Reise hin?

00:22:33: Und ganz im Speziellen für den Klinikum Südwest.

00:22:37: wird das heißen, dass sie größer werden und dass sie noch andere Krankenhäuser und Kliniken integrieren?

00:22:44: oder sind sie sozusagen eine Schablone, die überall in Deutschland umgesetzt werden kann?

00:22:50: Geben Sie mal dann ein Gefühl dafür.

00:22:52: Also meine Vision was mich auch antreibt ist tatsächlich für die Region Böblingen und Kralf dieses Medizinkonzept immer wieder ein Stück nachzujustieren Aber es so anzupassen, dass wir wirklich auch Lebensqualität sichern.

00:23:06: Für diese Richtung?

00:23:07: Ja

00:23:08: und wenn wir über Wachstum sprechen dann glaube ich, dann wachsen wir nicht im Bereich der stationären Versorgung, sondern wir waren im ambulanten Bereich wachsen.

00:23:16: Das heißt also die ganzen Versorgungsangebote ambulant, die enger zu verzahnen mit unseren Kliniken bis hin das ich immer noch den Traum habe gehen raus aus diesen verschiedenen Sektoren der Finanzierung und sagen, es gibt ein Gesundheitsbudget in Landkreisen.

00:23:34: Ein sogenanntes Regionalbudget, aus dem sich alle finanzieren – den Krankenhausbereich, der ambulante Bereich, der Reha-Bereich, die Pflege, der Orthopädiemeister, die Apotheker usw.

00:23:47: Das glaube ich, weil dann kann man regional... Ich hab' der

00:23:49: Gedanke.

00:23:49: Aber das ist natürlich ein Riesenfaster sie da aufmachen, ja?

00:23:53: Weil dann wirst du im Zweifelsfall Silo denken und Silo Interessen verlassen müssen!

00:23:58: Ja, ich glaube aber ... In der Zukunft wird man diese Gedanken aufgreifen müssen.

00:24:05: Weil ansonsten wird es nicht mehr finanzierbar bleiben.

00:24:08: und dann haben wir das Thema, dass wir vielleicht in der Medizin auch schlechter werden?

00:24:13: Auch die Qualität nachgibt ... Das möchte ich nett.

00:24:15: Mein Beitrag dazu ist einfach, diese Visionen ein Stück weit voranzubringen.

00:24:20: Und zu sagen, wir versuchen bei uns in der Region das Bestmöglichste.

00:24:23: Da gewinne ich auch die Kommunalpolitik weil das ist auch das was sie wollen.

00:24:27: Abschließende Einschätzung Was treibt sie an?

00:24:32: Ja, mich treibt am Ende an, dass ich die Versorgung für die nächsten zehn, zwanzig Jahre in der Medizin einfach erhalten möchte und besser machen möchte.

00:24:40: Und einen Beitrag zu mehr Lebensqualität in der Region Böblingen und Kalf leisten möchte.

00:24:45: Das ist das was mich jeden Tag antreibt wenn ich früh aufstehe.

00:24:49: Herzlichen Dank!

00:24:50: Für diese Einschätzung und für diese spannende Einblicke in den Maschinen auch.

00:24:53: Sehr gerne,

00:24:54: sehr gerne.

00:24:54: Dieses

00:24:54: Gesundheitssystems.

00:24:55: Schön, dass ihr waren.

00:24:56: Alexander Schmidke liebe Zuschauer, das war's wieder soweit Hier bei Chefshafer.

00:25:00: Es würde mich freuen, wenn Sie spätestens in zwei Wochen wieder einschalten und es Ihnen alles Gute!

00:25:04: Tschüss.

Über diesen Podcast

Moderator Rolf Benzmann trifft Unternehmer, Vordenker und Vorbilder aus Wirtschaft und Gesellschaft.

Alle zwei Wochen als Podcast und als TV-Sendung bei Regio TV und im CHEFSACHE YouTube Kanal.

Die Gäste bei CHEFSACHE zeigen, wie sie konkret in Ihrem Bereich Verantwortung tragen und sich für Gesellschaft, Umwelt und gute Unternehmensführung (ESG) einsetzen. Anhand der eigenen Geschichte erzählen die Gäste ihren persönlichen Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Daneben geben die Gäste oft auch nützliche Tipps und Einblicke zu mehr Finanzkompetenz und Unabhängigkeit.

Rolf Benzmann ist Geschäftsführer von Regio TV Bodensee und Leiter der Regio TV Gruppe, dem größten privaten TV Sender in Baden-Württemberg.

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