00:00:06: Hallo und herzlich willkommen.
00:00:07: Liebe Zuschauer zu der neuen Folge von Chefsache.
00:00:10: in Deutschland wird in diesen Zeiten viel über Industrie, KI Großkonzerne gesprochen.
00:00:15: heute möchten wir uns genauer eine Branche anschauen die tatsächlich wenig Sichtbarkeit hat aber ohne welche der Laden sozusagen nicht funktionieren würde.
00:00:25: Wir sprechen über die Gebäudereidigung.
00:00:29: Wer an Gebäudereinigung denkt, denkt oft an Putzwagen, Nachtschichten und Routinearbeit.
00:00:35: Doch die Branche hat sich stark verändert.
00:00:38: Heute geht es um Hygiene- und Sicherheitsstandards, Nachhaltigkeit, digitale Qualitätskontrolle, Robotik und effiziente Prozesse.
00:00:46: Gleichzeitig kämpfen viele Unternehmen mit massiven Fachkräftemangel steigenden Lohnkosten und wachsender Bürokratie.
00:00:54: Die Konradigruppe wurde bereits nineteenhundertfünfundsechzig gegründet und zählt heute zu den großen Dienstleistungsunternehmen im Südwesten Deutschlands und der Schweiz.
00:01:03: An der Spitze steht Thomas Konradi, Unternehmer, Arbeitgeber und seit zwei tausend vierzehn Präsident der Industrie- und Handelskammer Hochrein Bodensee
00:01:13: Und ich begrüße ganz herzlich hier im Chefstaffel Studio, den Geschäftsführer der Konradigruppe.
00:01:18: Herzlich willkommen Thomas Konradich, schön dass ihr hier seid!
00:01:20: Vielen lieben Dank Herr Bensmann, ich freue mich das ich da bin.
00:01:22: Wenn man so in einer Branche arbeitet die so wenig Sichtbarkeit hat aber tagtäglich rund um die Uhr sozusagen damit zu tun hat ärgert man sich darüber?
00:01:31: Dass man so wenig Sichtbarkeit hatte.
00:01:33: Nein also Ich kann mich nicht so schnell ärgern.
00:01:37: Das habe ich auch gelernt mit den Jahren Aber immerhin arbeiten ja eine Million Menschen in dieser Branche und wenn ich mir dann überlege, mit wie vielen Menschen meine Mitarbeiter unsere Mitarbeiter in der Branche haben.
00:01:50: Dann sind wir glaube auch gar nicht so unsichtbar.
00:01:54: Natürlich wird die Arbeit des Reinigens das Werterhaltens eher in Randzeiten gemacht.
00:02:02: Ich glaube darauf haben sie abgespielt.
00:02:05: Aber also ich ärgere mich gar nichts.
00:02:07: im Gegenteil ich freue mich Wenn ich am Morgen früh keine Reklamation höre wenn ich mit Kunden über neue Projekte sprechen kann, das ist für mich als Landesehnungsmeister und auch als Mitglied im Bundesvorstand unseres Verbandes.
00:02:24: Wir sind ja ein Handwerk.
00:02:26: Ist es eigentlich freudig genug?
00:02:27: Und ärgern tu' ich mich am meisten über mich weil ich mal wieder einen Fehler gemacht habe oder oder oder.
00:02:33: wir kommen vielleicht nachher drauf zu sprechen.
00:02:35: ganz bestimmt werden wir dass aber möchten vor allem auch sag ich mal, die Branche verstehen und wie sie in dieser Branche agieren.
00:02:42: Vielleicht räumen Sie einfach mal mit Klischees und Vorstellungen auf, die man da draußen hat.
00:02:46: viele denken ja Gebäudereingehung das ist im Prinzip einfacher Arbeit kann jeder machen.
00:02:52: also wenn man hinter die Kulissen schaut dann ist es nicht so ganz einfach.
00:02:56: und ich würde anfangen gern mit den unterschiedlichsten Kundengruppen die wir bedienen ob das jetzt öffentliche Verwaltung ist, ob das das Gesundheitswesen ist.
00:03:05: Ob das Industrieunternehmen sind oder ob das Dienstleistungsunternehmen.
00:03:10: Das sind ganz besondere Anforderungen.
00:03:12: Wenn Sie sich das Gebäude hier anschauen haben sie auch gesehen der Bodenbelage ist ein polierter Granit.
00:03:18: Sie haben viel Holzflächen.
00:03:21: Sie habe Terazoboden beläge und das richtig pflegen ist schon eine Herausforderung.
00:03:28: Dafür gibt es tolle Anwendungstechniker, die sich überlegt haben wie kombiniere ich denn Chemie?
00:03:34: Wie kombiniere ich die Zeit, die ich brauche zum Reinigen.
00:03:37: Wie kombinier ich die Temperatur und... Welche Mechanik setze ich denn ein?
00:03:44: Welche Maschinen, welche Geräte.
00:03:46: Bei uns in der Branche heißt das Sinnerscher Kreis.
00:03:49: Das war mal ein Chemiker, der sich überlegt hat wie kombiniere ich diese vier Faktoren damit eine sinnvolle, eine fachlich adäquate aber auch eine effiziente Reinigung hinbekommen.
00:04:01: da steckt schon ganz schön viel mehr dahinter als nur wir putzen einfach mal.
00:04:07: Da steckt einerseits der Prozess dahinter, der Mensch.
00:04:10: Aber natürlich auch die Technikmaschinen.
00:04:13: Welche Bedeutung hat das Thema Maschinen?
00:04:17: Eine immer größere Bedeitung.
00:04:19: Wir sind Handarbeit und ein Handwerkgebäudereinigung.
00:04:24: Aber ohne maschinellen Einsatz.
00:04:26: Das geht bis hin zur Robotik ist heute nichts mehr zu leisten.
00:04:31: Ist der Putzroboter
00:04:32: schon da?
00:04:33: Ich komme gerade von einer China-Reise, Stichwort Humanoide Roboter.
00:04:39: Wenn Sie auf Flughäfen gehen, wenn Sie ab und zu mal in einem Krankenhaus große Flure sehen ... Ja, da sehen sie schon Reinigungsroboter, die aber noch den Menschen brauchen, um dahinterschauen zu können, um Steuern und den Roboter steuern zu können.
00:04:58: Also ich würde lieber von Kubotik sprechen.
00:05:00: Das gibt es schon.
00:05:02: Ich habe mir in China ein Software-Unternehmen angeschaut, die genau an dem Thema Pflegen reinigen arbeiten.
00:05:10: Die Aussage war, das dauert schon noch drei bis fünf, ich würde sagen fünf bis acht Jahre, bis da Reinigungsroboter da sind.
00:05:19: Technisch alles machbar, ob es dann auch effizient und kostengünstig machbar ist, müssen wir einfach mal schauen am Ball bleiben.
00:05:27: Aber tatsächlich ohne Maschinen geht heute ...
00:05:33: Wenn wir über die Menschen sprechen, die heute den Job verrichten.
00:05:37: Was sind das für Menschen?
00:05:40: Was treibt sie letztendlich an und wie arbeiten Sie auch zusammen?
00:05:46: Also ich glaube da spreche ich auch für alle Gebäudereinigungsunternehmen im Markt.
00:05:52: Die Vielfalt der Mitarbeiter ist extrem.
00:05:54: Das fängt bei den Nationalitäten an.
00:05:59: Neunzig Nationalitäten beschäftigt.
00:06:01: Wie viele Mitarbeiter?
00:06:03: Bei knapp fünf Tausend Menschen, die für uns arbeiten?
00:06:07: Wir haben alle Altersklassen vertreten.
00:06:12: wir haben natürlich auch unterschiedliche Arbeitsumfelde, wir haben Mitarbeiter die arbeiten sehr kurzfristig am Tag.
00:06:20: Wir haben Mitarbeiter, die sind Vollzeit beschäftigt.
00:06:24: also Die Bandbreite ist riesig.
00:06:26: und drum ist die Frage diese gestellt haben gar nicht so einfach zu beantworten.
00:06:30: Das ist extrem vielfältig.
00:06:33: Ich lese ich lese aber auch raus aus dieser Antwort dass wenn du eine solche Vielfalt hast im Unternehmen zugleich ja auch eine unglaubliche Komplexität herrschen muss.
00:06:42: um sage mal das ganze wie ein Orchester letztendlich auch bedienen zu
00:06:47: können.
00:06:48: Orchester ist ein sehr schönes Bild, tatsächlich sind die Menschen, die dann vor Ort Verantwortung haben, Projektleiter, wir sagen denen auch Kundenbetreuer oder Servicecenter-Leiter, die müssen schon gute Dirigenten sein, sie müssen auf der einen Seite spüren welche Bedürfnisse haben die Menschen?
00:07:06: Sie müssen spülen welche Bedürfenesse haben die Kunden und dann müssen sie noch die technische Expertise mit reinbringen um dann alles unter einen Hut zu bekommen.
00:07:15: Führung ist für uns ein ganz, ganz wesentlicher Erfolgsfaktor und da ist auch der Arbeitsmarkt nicht so breit.
00:07:24: also man muss sich schon die Menschen gezielt suchen aber dann noch viel wichtiger gezielt auf eine Lernreise schicken ausbilden
00:07:34: Und letztendlich auch für sie da sein auch wenn das Umfeld bisweilen schwierig ist.
00:07:40: Also es gibt ja durchaus auch Herausforderungen, mit denen sie tagtäglich zu tun haben vielleicht auch offene Stellen dann auch seitens der Politik beispielsweise die Mindestlohn-Diskussion, die wir jetzt wieder erfahren.
00:07:53: was bedeutet das am Ende für ein Unternehmen wie das Syrikan?
00:07:57: Wir haben schon seit ewigen Zeiten ich habe selber auch schon Tarifverhandlungen geführt allgemein verbindliche Tarifverträge Lohntarifverträge, Mindestlohntarivverträge und Rahmentarif Verträge.
00:08:09: Das Gewerbe ist in einem gesicherten rechtsfreien Raum.
00:08:14: Wir hatten immer noch sehr viel Mühe mit dem gesetzlichen Mindestlohn, weil der natürlich aufgrund der starken Erhöhungen in den letzten Jahren auch unseren Lohn treibt.
00:08:26: Da sind die Verhandlungen mit unserem Verhandlungspartner der IGBAU schon ganz schön schwierig geworden.
00:08:34: Das Umfeld selber, Sie haben das ja mit angesprochen.
00:08:36: Bei den Kunden ist auch eine Vielfalt.
00:08:39: Die ist so unterschiedlich von der Industriereinigung da sind die Umstände nicht so schön.
00:08:44: Sie haben Schulen und Kindergärten.
00:08:47: über den Zustand von Toilettenanlagen in Schulen muss ich hier glaube nicht so viel reden.
00:08:52: aber sie haben auch wunderschöne Begegnungen.
00:08:54: Vielleicht
00:08:54: manchmal doch, weil man hört es immer wieder.
00:08:56: Denkt sich was war es schon los?
00:08:58: Na ja, gut.
00:08:59: Das ist eine politische Diskussion und eine Frage nach Investitionslenkung.
00:09:03: Für meine Mitarbeiter ist das manchmal schon ganz schön herausfordernd.
00:09:09: Einmal der bauliche Zustand aber auch des Verhalten von Menschen jetzt gerade in Größen- und Toiletten oder Sanitäranlagen... Da muss man manchmal was aushalten können.
00:09:22: ich habe das früher selber sehr häufig gemacht.
00:09:25: wir haben bei uns im Unternehmen einen Tag der Reinigung.
00:09:28: Da geht jeder, egal ob er ein Schreibtisch-Shop hat oder ob er im Lager erst mal direkt an die Front muss das mal mitmachen um auch die Arbeit des Menschen, der diese Arbeit ausführt wirklich wertschätzen.
00:09:42: Ich finde eigentlich
00:09:42: eine spannende Idee dass einfach auch mal so in einem Unternehmen zu
00:09:46: tun.
00:09:46: Sie sind herzlich eingeladen Herr Benz, kommen sie mal vorbei?
00:09:49: Ja aber
00:09:49: ich kenne das ja immer wieder in Diskussion der Klassiker den du ja auf der Arbeitsfläche hast in Unternehmen dass die Leute, was weiß ich, ihr Geschirr auf die Spülmaschine stellen und nicht in die.
00:10:01: Oder dass sie Arbeitsplätze eingesaut sind mit ... Was weiß ich?
00:10:05: Ja also... Ich nehme noch mal diesen Gedanken von Ihnen auf.
00:10:09: Also da lernt man ja schon auch so besweilen Menschen kennen wenn man sich anschaut was für ein Müll sie hinterlassen.
00:10:15: ist das so?
00:10:17: Also ich gehe nochmal zurück nach China.
00:10:20: Das war meine erste China-Reise muss ich gestehen.
00:10:23: Ich war ein paar Jahre vorher in Japan.
00:10:25: Es ist schon eine Frage der Erziehung, wie man mit der Umwelt und auch mit dem Umfeld also mit anderen Kolleginnen umgeht.
00:10:34: Und es ist ein permanenter Prozess würde ich mal sagen das ist eine permanente Landreise auch Menschen zu überzeugen dass das was Reinigungsmitarbeiter machen eine sehr wertvolle Arbeit ist weil sie einfach Sorgen abnehmen.
00:10:52: Weil sich darum kümmern, dass ein hygienisch-einwandfreies Umfeld entsteht.
00:10:57: und ich habe mich ein Stück weit damit abgefunden, dass es eine permanente Erziehungsaufgabe ist.
00:11:03: aber das sagt meine Frau zu mir auch immer so müssen wir nicht permanent erziehen.
00:11:06: also ich glaube das ist was völlig normales auf der anderen Seite das wirklich auch beim Kunden bei einem umfeld zu platzieren auch immer wieder zu sagen Reinigund isst nichts selbstverständliches
00:11:18: Du merkst es, wenn die halt nicht da ist.
00:11:21: Schauen Sie sich Straßen an, wenn da die Müllentzorgung eine Woche nicht funktioniert.
00:11:26: Stellen Sie sich mal Kindergarten, Toiletten oder Räume vor, die nicht regelmäßig gereinigt werden.
00:11:34: Viele von uns haben Kinder, die wissen wie ein Kinderzimmer aussieht ... Wenn da mal ne Stunde ohne reinschauen freien Raum gelassen wird?
00:11:43: Wenn wir jetzt Ihr Unternehmen betrachten in der Branche, sind Sie schon einer der großen Anbieter?
00:11:49: Wie ist dieses Wachstum entstanden?
00:11:51: Entsteht das dynamisch, entsteht das aggressiv sozusagen durch Zukäufe oder entsteht es in Anfangszeichen von selbst weil man automatisch auf sie kommt.
00:12:02: Also ich glaube es ist eine gute Mischung
00:12:04: von allem.
00:12:05: natürlich Strebsamkeit gehört dazu.
00:12:09: Früher aufstehen, arbeiten und überlegen wie kann ich neue Kunden gewinnen?
00:12:12: Das ist unser tägliches Brot.
00:12:15: Tatsächlich gibt es aber auch in unserer Branche das Thema Nachfolge.
00:12:20: Nachfolgelösungen die nicht immer so auf der Hand liegen.
00:12:25: also wir haben in den letzten zehn Jahren drei vier Unternehmen übernehmen dürfen.
00:12:32: Darum heißen wir jetzt auch Konrad die Gruppe.
00:12:35: Das ist der eigentliche Rahmen.
00:12:39: und manchmal gibt es auch Bereiche, wir haben Spezialitäten wie die Reinraumreinigung wo wir dann auf Messen gehen und wo wir direkt angesprochen werden.
00:12:49: Ich würde mal sagen prozentual ist das kleinere Teil.
00:12:52: Es ist schon ein Markt, der viele Markteilnehmer kennt.
00:12:55: Das is auch ein Verdrängungsmarkt.
00:12:58: Aber das Wort aggressiv, was Sie gebraucht haben würde ich nicht.
00:13:02: Es ist schon wichtig bei Übernahmen von Unternehmen dass die Kultur passt.
00:13:08: und jetzt sind wir nicht aggressiv sondern wir sind aufmerksam, wir sind fleißig Wir sind auch gegenüber den Mitarbeitern sehr wertschätzend.
00:13:21: Bei uns gibt es Führungsschleitlinien, die sich anlehnen an das Prinzip des dienen Führends, Serventhiedership und da dann eine Kombi zu finden mit anderen Unternehmen – das braucht schon Zeit, das herauszufinden.
00:13:36: oder es gibt Kollegen, die das ähnlich leben und da ist das Fitting, das Matching relativ schnell
00:13:42: hergestellt.".
00:13:43: Wir möchten im zweiten Teil der Sendung noch weiter nach vorne schauen.
00:13:46: Wohin wird sich die Branche entwickeln?
00:13:48: Wo gibt es
00:13:49: vielleicht auch Herausforderungen, mit denen Sie in Zukunft zu kämpfen haben?
00:13:53: und natürlich werden wir auch noch über Ihren zweiten Hut sprechen denn in Personalunion sozusagen haben sie ja noch einen zweiten Hut auf und zwar als Präsident der Industrie- und Handelskammer.
00:14:05: Wie man das verbinden kann dazu gleich mehr liebe Zuschauer hier bei Chefsache Herzlich willkommen zurück.
00:14:17: Liebe Zuschauer bei Chefsache.
00:14:18: zu Gast im Studio ist Thomas Konradie, erst Geschäftsführer der Konrade Gruppe.
00:14:22: wir sprechen über Gebäudereinigung werden aber auch gleich noch über ihren zweiten Job sprechen als IHK-Präsident von der IHKA Hochreinbodensee.
00:14:30: Aber zunächst nochmal zu ihrem Unternehmen was viele ja nicht wissen dass sie ein Familienunternehmen sind.
00:14:38: Was heißt es denn unter dem Strich für dieses Unternehmen in der Gebäude Reinigungsbranche?
00:14:45: Ich bin stolz, dass wir ein Familienunternehmen sind.
00:14:49: Mein Sohn hat schon begonnen und meine Tochter auch.
00:14:52: Die dritte Generation ist im Unternehmen.
00:14:55: War das
00:14:55: so ständig, dass Sie reingehen?
00:14:59: Nein, es war eine Lernreise für alle.
00:15:04: Für mich.
00:15:06: Ich freue mich darüber, dass Traditionen weiterführen können.
00:15:11: Und wir haben heute gerade ein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum gefeiert, eines Mitarbeiters, den ich selber eingestellt habe.
00:15:19: Finanzbuchhalter-Kontroller heute... Also für mich ist dieses Thema Familienunternehmen ein ganz tragendes Thema weil es einfach Zukunft bedeutet.
00:15:30: Das bedeutet Zukunftssicherheit liegt auf der Hand.
00:15:33: also die Idee meines Vaters, der das Unternehmen gegründet hatte und meine Idee Und ich hoffe, auch die meiner Kinder ist, dass wir langfristig denken.
00:15:44: Dass wir langfristig etwas gestalten.
00:15:47: und wenn ich mir das Unternehmen in fünfundsechzig vorstelle... Wir haben damals Wachs produziert also das hatte mit Reinigung nur indirekt etwas zu tun.
00:15:57: Haben dann aber gemerkt der Bedarf ist eigentlich mehr im Reinigen.
00:16:01: und wenn Ich mir heute das Unternehmen anschaue Dann haben wir es geschafft weil wir gut gewirtschaftet haben, weil wir Gewinne im Unternehmen gelassen haben.
00:16:13: Weil wir auch den Mitarbeitern richtig rüberbringen konnten... Es ist wichtig dass ihr mit dabei bleibt, drum auch diese Jubilarfeiern die wir machen.
00:16:24: Ich glaube das können Familienunternehmen sehr sehr gut.
00:16:28: Was waren denn aus ihrer Sicht zu dir?
00:16:30: Wichtigsten Lessons learned, von denen Sie gerade gesprochen
00:16:33: haben.
00:16:35: Alle meine Niederlagen...
00:16:37: Aber das ist doch ganz wichtig!
00:16:38: Das auch mal zu sagen, es sind halt nicht immer die Erfolge.
00:16:41: Ich
00:16:41: habe gedacht was mein Vater an Niederlagern hatte, das kann ich gleich auch aufholen.
00:16:46: Er hatte eher so den Dranginen Brasilien und in Ägypten und Griechenland Tochtergesellschaften zugelassen.
00:16:52: Internationalisierung?
00:16:54: Ja gut aber für ein Unternehmen das damals überschaubare Größe hatte Das war schon wahrgemutig.
00:17:01: Führte auch nicht zum Erfolg, muss ich gestehen.
00:17:05: und ich habe dann auch gedacht wir machen aus unserem Unternehmen mal ein Keterer und wir machen einen Schädlingsbekämpfungsunternehmen haben immer Partner im Ausland gesucht in England und in Italien.
00:17:17: Ehrlich gesagt, war das nicht so erfolgreich.
00:17:20: Aber
00:17:20: ehrlich gesagt ist es doch auch gar nicht so doof, wenn man's probiert hat!
00:17:23: Weil wenn du es nicht probiert hast, wüsste dich dann irgendwann fragen ja hätte ich jetzt mal gemacht und ist da irgendwas an mir vorbeigezogen?
00:17:28: Also von daher ist eigentlich alles gut oder?
00:17:31: Also er ist nicht schlimm, der Ernstmann absolut nicht... Es hat viel Geld gekostet.
00:17:35: also das war das Dumme.
00:17:37: aber natürlich lernt man dann auch Situationen besser einschätzen, Marktanalysen besser durchzuführen.
00:17:44: Im klaren Businessplan zu machen also das Handwerkszeug dass man dann durch diese Niederlagen und es waren niederlagen lernt Das ist heute überlebensnotwendig Und das ist im Unternehmen auch auch Verinnerlicht.
00:18:00: sowas machen wir so leichtfertigt nicht mehr.
00:18:03: Es kommen andere Fehler dazu, also da machen wir jetzt auch keine Illusion.
00:18:06: Ja spannend finde ich es ja auch gerade hinsichtlich des Blicks in die Zukunft.
00:18:11: Also für das sprechen hier von dem Thema Transformation und wenn wir was nicht wissen dann wie die Zukunft letztendlich ist?
00:18:18: Was können Sie denn über die Zukunft Ihrer Branche sagen und was von dem was sie heute tun und was ihr auch gelernt haben durch Niederlagen wird für Sie Kriegsentscheiden für die Zukunft sein?
00:18:29: Also wir hatten ja vorher schon mal über den Einsatz von Robotern gesprochen.
00:18:35: Wir haben ein demografisches Thema, wie alle in Europa.
00:18:41: mit denen müssen wir irgendwie zurechtkommen und eine mögliche Lösung kann sein dass Roboter stärker eingesetzt werden.
00:18:48: ich habe vorhin ich rede lieber Über Kubotic, also eine gute Kollaboration zwischen Mensch und Maschine.
00:18:56: Ich glaube da werden wir schon noch Sprünge auch Entwicklungssprünge erleben.
00:19:01: ich glaube auch dass wir technologisch noch nicht am Ende sind.
00:19:04: im Thema Reinigung selbst.
00:19:06: früher war das gang und gäbe Doppelfahrer einmal, zweistufiges Wischen und anschließendes Trocknen.
00:19:16: Im Leistungsprogramm hatten die Reinigungsrhythmen gestreckt.
00:19:20: Heute reinigen wir wo es nur geht Trocken- und nur punktuelle Spottreinigung.
00:19:25: Warum?
00:19:26: Weil's einfach schneller ist weils umweltfreund nachhaltiger und umwelt freundlicher ist und weil auch günstiger ist.
00:19:34: Ja aber das ist auch sauber
00:19:36: auch für jeden Fall Früher ...
00:19:38: Ich habe es nicht gedacht, aber da sieht man, dass wir
00:19:41: überlegen.
00:19:44: Die Industrie, die Fußboden-Steinbeläge zur Verfügung stellt hat sich weiterentwickelt.
00:19:53: Die Oberflächen sind homogener geworden und die Schmutzanhaftung ist geringer.
00:19:57: Das entwickelt sich ebenfalls weiter.
00:20:00: Dritter Baustein wird uns das Thema KI auch ... permanent begegnen, wenn wir uns heute überlegen wie steuern wir Prozesse.
00:20:11: Wie kalkulieren wir?
00:20:14: Wie führen wir Interviews mit neuen Mitarbeitern?
00:20:19: und das wird nicht nur KI sein sondern Digitalisierung von Prozessen.
00:20:24: da arbeiten wir heute schon dran aber das wird noch eine ganz andere Dynamik bekommen.
00:20:29: Dann kommen wir auf ihren zweiten Hut sozusagen zu sprechen weil das hängt auch Im Prinzip in diesem Thema zusammen.
00:20:35: als Präsident der Industrie und Handelskammer hoch ein Bodensee, den Sie ja nun schon seit einigen Jahren sind.
00:20:43: Dürfen sie ja nicht nur in ihre eigene Branche schauen sondern müssen ja auch quarmt in die anderen Branchen reinschauen.
00:20:50: Welche Situationen stellt sich momentan für Sie bei uns in der Region dar?
00:20:54: Also ich darf reinschauen!
00:20:55: Auch das ist für mich persönlich eine ständige Lernreise Und wir haben ja in der Region Hochheim Bodensee jetzt kein wirklich ausgeprägtes Cluster wie das andere.
00:21:07: Regionen haben die Stuttgart extrem automobil ausgerichtet, aber wir haben hier natürlich auch sehr viele Unternehmen, die in diesem OEM Markt unterwegs sind als Zulieferer und wir spüren da es wahnsinnige Transformationen.
00:21:20: Da ist ein wahnsinniger Transformationsdruck dar.
00:21:23: Das heißt nicht nur dass man sich neue Geschäftsfelder überlegen muss Medizintechnik, Verteidigung.
00:21:32: Sondern man muss das auch ganz schön schnell machen.
00:21:35: also beides Dinge.
00:21:36: Transformation gab es glaube ich schon immer aber in der Kürze der Zeit die jetzt notwendig ist weil sich Markt globale Märkte verschoben haben.
00:21:46: Das ist glaube ich für alle Unternehmen eine Herausforderung und hinter Unternehmen stehen ja immer Menschen.
00:21:51: Also auch die sind in der Situation, dass sie ganz schnell vielleicht Althergebrachtes neu erlernen müssen.
00:21:59: Wir sprechen schon ewig über lebenslanges Lernen.
00:22:02: das passiert jetzt wesentlich schneller.
00:22:06: wenn Sie über Lernagilität letztendlich sprechen als eine der Zukunftskompetenzen sehen bisweilen ja auch Mitarbeitende.
00:22:15: naja also das was hier passiert ist unter dem Strich ich mache immer mehr.
00:22:20: also man spricht auch von der Arbeitsverdichtung, die beispielsweise mit einer technologischen Entwicklung wie KI eine hergeht.
00:22:27: Was heißt es denn am Ende auch für die Menschen, die ihren Job machen und zukünftig halt anders machen sollen als es heute machen
00:22:35: soll?
00:22:35: Also ich glaube das hat der Troschenfahrer vor... Hundert und fünfzig Jahren auch gedacht.
00:22:41: Wie soll ich denn auf einmal hunderttausend Menschen befördern von A nach B?
00:22:47: Heute gibt es ICEs, die fahren voll, die fahren auch klimatisiert.
00:22:52: Dieses Parkfeld
00:22:52: ist vielleicht ein bisschen schwierig, aber ...
00:22:54: Ach ja!
00:22:56: Die Kirche in Dorf lassen.
00:22:57: Ich habe sogar schon Verfrühungen erlebt.
00:22:59: Aber schauen Sie, natürlich wird man mehr in kürzerer Zeit machen.
00:23:06: Das haben wir aber schon immer gemacht.
00:23:09: Wo ist das Problem, dass man das nicht mit den gleichen Hilfsmitteln machen kann?
00:23:13: Das ist mir absolut bewusst.
00:23:16: Ich schreibe heute meine Reden auch noch gern mit Bleistift damit ich schön radieren kann.
00:23:21: aber ich kann es natürlich auch am Laptop machen und kann korrigieren und kann's vielleicht fünfmal umstellen.
00:23:28: Deswegen habe ich nicht mehr Zeit gewonnen doch ich hab mehr Zeit für anderes gewonnen nachzudenken Vielleicht andere Dinge zu erledigen.
00:23:36: Natürlich gibt es Leistungsverdichtungen und ich verstehe, dass jeder unterschiedlich damit umgeht.
00:23:42: Dass das auch mal weh tun kann.
00:23:45: aber ja man stellt sich diese Herausforderung und schaut mit welchen Hilfsmitteln geht's dann eben doch?
00:23:51: Zügiger schneller besser.
00:23:53: Geben Sie uns vielleicht noch abschließende eine Einschätzung hinsichtlich der Zukunft.
00:23:57: vor die Reise hingeht.
00:23:58: wir haben von China berichtet Und man hört unterschiedlichste, sag ich mal aus dem Markt.
00:24:03: Die einen sagen wir sind schon abgehängt die anderen sagen schon lange nicht weil wir tatsächlich erst noch unser Potenzial für sich entdecken und wecken können.
00:24:14: was sagt der Ihr K-Präsident?
00:24:16: Also ich bin da sehr optimistisch.
00:24:18: Wir haben Tugenden wir sind eine Ingenieurnation wir sind fleißig.
00:24:25: wenn was wollen dann können wir das auch.
00:24:28: Wir haben die richtigen Fertigkeiten.
00:24:31: Wir haben einen tollen Maschinenbau, der auch in Miniatur denken kann.
00:24:39: Eine Hochschullandschaft, die so divers ist und Menschen nachkommen Studenten.
00:24:47: Das bedeutet für mich Zukunft.
00:24:49: Ich bin als IHK-Präsident häufig in Schulklassen diskutiere.
00:24:55: Und das hat nicht nachgelassen!
00:24:56: Das hat nicht nachgelassen.
00:24:57: Die Diskussionsfreudigkeit, die Diskussion über Zukunft.
00:25:01: natürlich gibt es auch da ein paar Mäckere wie es überall Mäkere gibt.
00:25:05: aber ich glaube dass wir als Nation so viele Tugenden haben so viele tolle infrastrukturelle Voraussetzungen.
00:25:14: mir ist da um Zukunft und um die Industrie nicht bang wohlwissend das wird ganz schön anstrengend.
00:25:23: So Wort!
00:25:24: Herzlichen Dank für das Gespräch.
00:25:26: Schön, dass ihr hier
00:25:27: warnt.
00:25:27: Danke vielmals für die Einladung, hat Spaß gemacht.
00:25:29: Liebe
00:25:29: Zuschauer!
00:25:30: Das wars schon wieder so weit hier bei Chefstache.
00:25:32: Wir sehen uns spätestens in zwei Wochen wieder wenn sie wollen.
00:25:34: Bis dahin wünsche ich Ihnen eine gute Zeit bis bald Tschüss.