CHEFSACHE · der Personality-Talk mit Rolf Benzmann

CHEFSACHE · der Personality-Talk mit Rolf Benzmann

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:07: Hallo und herzlich willkommen liebe Zuschauer zu einer neuen Folge von Chefsache.

00:00:11: In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir immer wieder über die neue Weltordnung der Wirtschaft gesprochen, wir sprachen über Zölle, wir sprechen über Handelshemmnisse.

00:00:20: heute möchten mir den Maschinenraum eines Mittelständlers schauen und erklären warum Internationalisierung keine Option ist sondern eine Überlebenssteuerung.

00:00:30: Die Firma Wagner vom Bodensee zählt zu den weltweit führenden Herstellern innovativer Oberflächenbeschichtungstechnik für Industrie, Handwerk und Heimwerke.

00:00:39: Von hochmodernen Pulver-Beschichtungsanlagen und intelligenten Applikationssystem in der Industrie bis zur Spritzpistole für Heim und Handwerke Mit rund eineinhundert Mitarbeiter, neunzehn operativ tätigen Unternehmen und Produktionsstandorten auf drei Kontinenten.

00:00:56: Die Strategie nah am Kunden, nah am Wachstum, nah an den Technologien der Zukunft.

00:01:02: Gleichzeitig investiert Wagner massiv in internationale Entwicklungsteams und neue KI-basierte Prozesse – und zwar auf der ganzen Welt!

00:01:21: Lieber Michael, wenn man in deinen Kalender schaut dann liest sich das ein bisschen wie eine Reisebuch sozusagen.

00:01:27: Du bist viel auf der Welt unterwegs, warum eigentlich?

00:01:31: Ja wir sind als Unternehmensgruppe im Fall Gelhältnis zu unserer Größe sehr international aufgestellt und betreiben insgesamt neunzehn Gesellschaften weltweit und produzieren auf allen drei Kontinenten und das bringt natürlich auch mit sich entsprechend unterwegs zu sein und das Geschäft zu verstehen und auch entsprechend strategisch weiterentwickeln zu können.

00:01:51: So,

00:01:51: und wenn man da jetzt auf dem Glowus unterwegs ist.

00:01:54: Was nimmst du sozusagen von deinen Reisenden unterm Strich mit?

00:01:58: Das Spannendste ist eigentlich zu sehen wie unterschiedlich Wahrnehmungen auf der Welt verteilt sind beispielsweise wenn wir über Veränderung reden das etwas was in Deutschland oder Europa eher mit Gefahren angst verbunden ist.

00:02:12: In Asien wird es als Chance gesehen.

00:02:15: auch im globalen Süden entwickelt sich eine ganz neue Form von Selbstvertrauen auch zu Recht teilweise aufgrund der Unabhängigkeiten Exportsterde mancher Länder und die unterschiedlichen Dynamiken wahrzunehmen.

00:02:26: Auf solchen Reisen ist es sehr, sehr anregen.

00:02:28: Man kann sehr viel lernen.

00:02:29: Du warst

00:02:29: jetzt gerade in Brasilien?

00:02:30: Was hast du damit genommen?

00:02:32: Ja wir haben aktuell unsere neue Tochtergesellschaft dort eröffnet und Brasilien sind ein sehr gutes Beispiel für einen Land in dem Aufbruch Stimmung herrscht.

00:02:40: Aufgrund von Exportstärke, die Wirtschaft wächst und durch die Wirtschaftsreformen vor allem in Argentinien profitierte ganze Südamerikanische Kontinent und von dieser Dynamik wollen als Unternehmensgruppe vor Ort

00:02:51: direkt

00:02:51: auch entsprechend partizipieren und bauen dort unsere Präsenz weiter aus.

00:02:55: Würdest du sagen, dass denn diese Länder unterm Strich optimistischer sind?

00:03:00: Man hört ja immer wieder von der typischen German Angst und dergleichen.

00:03:04: ist das so?

00:03:04: Ja, das kann man durchaus sagen.

00:03:08: Machen wir nochmal einen Sprung sozusagen nach China und auch Vietnam.

00:03:12: Auch dort seid ihr mittlerweile vertreten.

00:03:15: wie kannst Du hier einen Unterschied festmachen?

00:03:18: Ich bin seit etwas mehr als zwei Jahrzehnten beruflichen Asien unterwegs, habe auch zwei Jahre in Japan gelebt und ich hab eigentlich in der Zeit drei Phasen erlebt.

00:03:26: Und in der Frühphase war so dass wir in Zentraleuropa aus Asien heraus bewundert wurden und es wurde viel darüber gelernt wie der Westen agiert.

00:03:37: dann ist das Ganze eine Phase gekippt in der es eher Verwunderung war in Zeiten in denen wir uns teilweise durch Regulatorik selbst Beine gestellt haben wenn man mit Leuten spricht und auch lokale Presse liest, eher ein Mitleid gekippt teilweise?

00:03:50: Tatsächlich.

00:03:51: Im Sinne dessen wie sich die Wirtschaft entwickelt obwohl eigentlich von der Inventionszeit also was Unternehmen im Stande sind zu entwickeln auch in Technologie zu schaffen aber dann an der Monetarisierung den Geschäftsmodellen erscheitert ist das durchaus eine Stimmungslage die wir so wahrnehmen können

00:04:09: Was ja am Ende auch dazu führt, dass ihr euch auf diese Welt-Situation neu einstellen müsst.

00:04:14: Ihr seid ja auch in China vor Ort und entwickelt auch vor Ort.

00:04:18: Warum das?

00:04:19: Man könnte es hier auch anders denken als verlängerte Werkbank sozusagen aber ich glaube da hat sich auch das Mainz verändert.

00:04:26: Ja sehr so.

00:04:27: wir entwickeln und produzieren in Vietnam für Asien und partizipieren dort von der Dynamik der Wirtschaft aber eben auch von den Fachkräften die auch von Universitäten in sehr gut ausgebildeter Form verfügbar sind.

00:04:41: Und damit decken wir dann den ganzen asiatischen Rauben, vor allem Stytostasien und auch Indien ab.

00:04:47: Wie würdest du diesen Markt insgesamt bewerten?

00:04:51: Ist da noch sehr viel Potenzial drin oder sind wir mittlerweile schon auf einem gewissen Sättigungslevel?

00:04:58: Ich persönlich glaube dass noch viel Potential verhandeln ist weil der Aufstieg der Mittelschicht in China schon fortgeschritten ist Süd aus asiatischen Ländern aber eher noch am Anfang steht.

00:05:10: Und der Wunsch dort mehr und auch persönlich zu wachsen oder auch die Lebensverhältnisse zu verbessern, ist ein breiter Front vorhanden.

00:05:17: und aus deinem Her es gibt so einen hohen Antrieb sich zu engagieren und entsprechend auch in Unternehmen sich einzubringen und beispielsweise bei uns in Vietnam auch im Führungs-Gremium die Frauenquote bei fünfzig Prozent was völlig normal ist dass Frauen dort arbeiten und sich dort entsprechend einbringen in die Leistungs- und Wertschöpfung.

00:05:39: Manchmal hat man ja das Gefühl in Diskussionen mit Unternehmern, dass hierzulande noch nicht so richtig... Wie sagt man Salok?

00:05:44: Der Schuss ist nicht so gut gehört worden.

00:05:47: Dass man sich irgendwo zurückzieht auf Arbeitszeiten, auf Wellbeing und dergleichen.

00:05:53: Wie betrachtest du diese Diskussion?

00:05:56: Weil auch dafür gibt es ja tatsächlich auch Gründe, die man bisweil nachvollziehen könnte.

00:06:01: aber wie siehst du's?

00:06:03: Ich glaube, Deutschland hatte den Schuss vor etlichen Jahrzehnten sehr wohlgehört und hat sich dahingehend auch sehr gut entwickelt.

00:06:09: Das Wirtschaftswunder war dann die logische Folge daraus aber die Gesellschaft hat nach und nach aus meiner Sicht verlernt woher der Wohlstand tatsächlich kommt und dort müssen wir uns ein Stück weit von der Vollkasko-Mentalität verabschieden und Veränderungen eher als Chance begreifen anstatt als Gefahr.

00:06:26: Man hat ja bezweilen auch gedacht, dass Made in Germany ein ewig wehrendes Siegel sozusagen ist.

00:06:32: Welche Bedeutung hat es heute?

00:06:34: Die Reputation im Ausland ist nach wie vor sehr gut.

00:06:37: Allerdings was Qualität angeht, ist China mittlerweile absolut auf den nationalen Paket angekommen und ernst zu nehmen.

00:06:45: jeder der iPhones oder andere Elektronikprodukte hat die aus China kommen weiß das also von daher.

00:06:51: das Label existiert.

00:06:53: Deutschland hat nach wie Vor eine hohe Reputation Aber es gibt eben andere Nationen, die dort mindestens gleichgezogen haben.

00:06:59: Letztlich ist ja immer die Frage eines Unternehmenslenkers, wohin geht die Reise?

00:07:03: Wenn du nach vorne schaust nicht nur wenige Monate, sondern im besten Fall Jahre ... Wir sprechen über eine Unternehnensstrategie!

00:07:09: Du hattest mir im Vorgespräch gesagt... Da ist ein Wort gefallen.

00:07:13: das fand ich sehr auffällig und zwar hast du über die sogenannte Enkelfähigkeit gesprochen.

00:07:18: was genau meinst du damit?

00:07:20: Ja wir als Wagner-Unternehmungsgruppe gehören zwei gemeinnützigen Stiftungen Und für uns steht beispielsweise ganz oben auf der Agenda das Unternehmen so zu entwickeln, nachhaltig zu entwickeln.

00:07:31: Dass es über Generationen überlebensfähig ist und wir werden nächstes Jahr achtzig Jahre alt.

00:07:36: von daher kann man sagen dass es in der Vergangenheit durch die Management Teams und auch die Organin Stiftung oder Verwaltungsrat sehr gut gelungen ist.

00:07:44: aber das wird zunehmend zur Herausforderung weil natürlich der Wandel sich gerade im KI-Zeitalter massiv beschleunigt.

00:07:50: Andererseits ist das ja natürlich auch wieder eine Stärke, dass man nicht jedem Gaul hinterherreitet oder jeder Sau durchs Dorf getrieben wird.

00:07:59: Wie kriegt man da eine Balance hin zwischen dem was so auf der Welt abgeht und auf der anderen Seite natürlich auch das zu bewahren, was man hat und was einen groß gemacht hat?

00:08:11: Wir versuchen das im Speziellen dadurch, dass wir mit der gesamten Führungsmannschaft weltweit unterwegs sind und die Eindrücke dort auch in entsprechenden Gremien miteinander teilen um daraus klare Prioritäten abzuleiten, welche Entwicklungen sind signifikant.

00:08:24: Welche sind für uns bedeutend?

00:08:25: Um dann eben auch die Unternehmensausrichtung auf den Themen abzustellen, die tatsächlich das Potenzial haben, auch Geschäftsmodelle zu verändern oder ganze Industrien zu transformieren.

00:08:35: Beim Thema Internationalisierung schauen ja viele Unternehmen vor allen Dingen erst mal auf zwei globale Player Das ist die USA auf der einen Seite und China auf der anderen Seite.

00:08:46: Ist es so einfach, dass du dich im Prinzip bei den beiden orientieren musst?

00:08:51: Und das war's?

00:08:52: oder wie läuft es denn tatsächlich in Maschinenraum wenn du mit deinem internationalen Management Team sprichst?

00:08:57: Bei uns ist es konkret so da wir Lackieranlagen herstellen für die Produzenten der Welt die all die tollen Gegenstände fertigen, die wir privat aus unserem Haushalt kennen dass sich natürlich die Werkbank der Welt sehr schnell in heutigen Zeiten verändert.

00:09:10: Das heißt, Produktion wandert aus China Richtung Südostasien teilweise nach Middle East, nach Afrika und nach Südamerika.

00:09:17: Und unsere Aufgabe ist damit Schritt zu halten und entsprechend weltweit die gleiche Grad an Exzellenz- und Service anzubieten.

00:09:25: Von daher betrachten wir die Welt nicht nur den zwei Blöcken wie genannt sondern es gibt eben auch noch andere Länder und genau in denen gerade dort wo die Wirtschaft boomt erschließen wir aktuell entsprechend auch durch lokale Gesellschaften, Marktanteile.

00:09:39: Da steckt mehr drin in dem Satz.

00:09:41: deshalb möchte ich da nochmal nachfragen ja also wenn man da jetzt vor der Entscheidung steht jetzt den einer Region ein bestimmtes Land zu gehen wie geht man da ganz konkret operativ vor?

00:09:54: hat man schon Leute vor Ort scant man sozusagen nach Unternehmen bei denen man sich beteiligen möchte, ruft man beide Handelskammer an oder ist es einfach hilfreich schon mal selbst vor Ort gewesen zu sein?

00:10:05: Also wie sieht ganz konkret eigentlich der erste Touch aus in ein anderes Land, wenn er jetzt in einer internationalen Siegungsstrategie fährt.

00:10:13: Die Realität ist nicht weit weg von dem, wie du's schon beschrieben hast.

00:10:17: Es ist allerdings so dass der erste Schritt bei uns in der Regel durch die Market Intelligence erfolgt.

00:10:22: also das ist bei unserem Bereich unter Datenauswertung und Analyse beschäftigt, um zu eruieren welche Potenziale in bestimmten Märkten für uns vorhanden sind.

00:10:32: Und dann der nächste Schritt ist tatsächlich vorzugehen, um tatsächlich einen Eindruck vorzukriegen weil die Analytik kann das nicht ersetzen und soll es auch nicht.

00:10:41: Dann versuchen wir eben durch erste Geschäfte Fuß zu fassen und kriegen darüber ein Bild über die Marktdynamik am Gesamtkuchen mit der Leistung, die wir bringen ausbauen können.

00:10:53: Manchmal ist es ja so... Also gestattet mir das Bild einer Party.

00:10:57: Stell dir mal vor irgendwo findet eine Party statt.

00:10:59: du bist vielleicht mehr oder weniger vielleicht auch gar nicht eingeladen.

00:11:02: Aber jetzt tauchst du auf dieser Party sozusagen auf und möchtest mitfeiern!

00:11:10: Kann man dieses Bild bemühen?

00:11:12: mich interessiert vor allem die andere Seite.

00:11:14: Also rennst du in offene Armen, die sagen Mensch schön Herr Müller!

00:11:18: Dass sie endlich da sind.

00:11:19: auf Sie haben wir lange gewartet.

00:11:20: hier ist das Geld.

00:11:21: oder wie läuft es in der Praxis?

00:11:23: Ja ich glaube es ist immer ein Mix beziehungsweise es gibt Regionen in denen wir als Erste kommen und dann tatsächlich die Party organisieren und auch eröffnen.

00:11:32: Es gibt andere Länder.

00:11:34: Da sind wir eher der unliebsame Gast der sich dort breit macht aus Wettbewerbsperspektive zumindest betrachtet.

00:11:40: Aber es gibt beide Ansätze.

00:11:42: Es sind beide.

00:11:43: spannenden Einfall kann man natürlich schon sehen, was funktioniert und nicht in anderen Fällen wo man selbst Greenfield macht und andere danach ziehen und uns dann quasi nachahmen ist man im Lied und kann das Ganze eher von vorne entwickeln Was wir lieber tun, als jetzt nachvollziehbar

00:12:02: mit uns zu holen ist.

00:12:04: Aber kann man grob adressieren wo denn die Zukunftsmärkte sind oder müssen wir viel mehr in Produkten denken?

00:12:12: Müssen wir vielmehr in Branchen denken?

00:12:15: Müssten wir in Zyklen denken?

00:12:16: was ist letztendlich der größte Hebel im Hintergrund?

00:12:20: Der größte Hebel für uns besteht eigentlich in der Frage, wo sich Volkswirtschaften gut entwickeln und aus welchen Gründen.

00:12:26: Und das wird in den nächsten Jahren Jahrzehnten definitiv in den heute noch sogenannten Emerging-Markets der Fall sein – also für uns in Südostasien aber auch Südamerika.

00:12:36: Das sind Märkte die heute schon signifikant an Stärke gewinnen oder umsatzgewinnen und unsere Abhängigkeit von bestehenden Kernmärkten wie zum Beispiel USA oder Europa minimieren.

00:12:46: Und es ist auch ganz klar Strategie der Wagnergruppe um uns dort international breite abzuschützen, weil mit einer Umsatzfokussierung auf Europa oder gar Deutschland wären wir nicht sehr gut vorbereitet auf zukünftige Szenarien.

00:13:00: Weil einfach das Wachstum und die Dynamik an dieser Stelle fehlt und wir als Mittelständler gucken müssen wie uns breit aufstellen.

00:13:08: Aber letztendlich

00:13:09: ist es ja so, wenn du Umsatz erhalten möchtest musst du auch erstmal investieren und auch eine Internationalisierungsstrategie braucht ja letztendliche Kapazitäten sie brauchen Ressourcen Du musst erst mal was reinstecken.

00:13:23: Wie schnell rechnet sich das?

00:13:25: Ich glaube, dass es sehr schwer zu sagen.

00:13:26: Ja ich fahre aber auch vor dem Hintergrund, dass viele Unternehmen jetzt einfach nicht mehr diese Luft haben zur Internationalisierung und irgendwelche Spielchen sozusagen zu machen sondern sie stehen mit den Rücken an der Wand also Hand aus Herz.

00:13:42: was musst du letztendlich haben neben Daten oder auch einer vernünftigen Mannschaft um wirkungsvoll und nachhaltig vor allem was in Umsatz angeht internationalisieren zu können?

00:13:53: Also um das Beispiel Brasilien zu bemühen, dort waren wir bereits mit eigenen Leuten im Land fort und auch tätig.

00:14:00: Womit sich die Investition in Brasilien in Jahr eins mit dem starken Wachstum was wir im Gründungsjahr schon erreichen konnten, schon entsprechend lohnt.

00:14:08: also Brasilien wird profitabel sein.

00:14:10: in Jahr Eins Wenn wir komplett Greenfield machen und beispielsweise in eine komplette Fertigungsstandorte investieren sieht es natürlich anders aus Und deswegen zeigt etwas vom Szenario an.

00:14:22: Aber letzten Endes für uns als europäisches oder deutsches schweizerisches Unternehmen ist es durchaus so, dass wir uns im Heimatmarkt sehr stark abgestützt haben.

00:14:34: Die Wachstumsdynamik eher aus den emerging markets weltweit kommt und wir deswegen auf dem Spiel mitspielen müssen.

00:14:41: Wohlwissen das das verkleinere Unternehmen Investitionszeitig durchaus herausfordernd ist.

00:14:46: Was

00:14:46: passiert denn jetzt mit diesen Unternehmen die jetzt im Prinzip eine knallharte Kostenstrategie fahren?

00:14:52: kann man auch müssen, weil sie sagen wir können es uns jetzt einfach nicht leisten.

00:14:56: Müssen die warten dass um die Ecke kommen?

00:14:58: Sie dann am Ende kauft oder das in Joint Venture eingehen?

00:15:01: oder ist Abwarten eine vernünftige Strategie?

00:15:04: Du spielst ja auch mit vielen

00:15:05: Unternehmen.

00:15:06: Also abwarten aus meiner persönlichen Sicht ist keine Option.

00:15:09: Die angesprochene Variante über Joint Ventures oder wird gekauft zu werden sieht man ja tatsächlich sehr oft.

00:15:15: richtig wäre aus meiner Sicht zu sagen als kleineres, mittelständisches Unternehmen sich klare Sweetspot-Märkte zu suchen in denen entsprechendes Potenzial vorhanden ist und dann vielleicht nicht in mehreren Ländern gleichzeitig so nur in einem einzigen anzugreifen dort aber dafür richtig.

00:15:30: Wenn man angreifen möchte, dann macht man das in aller Regel nicht allein sondern innerhalb eines Dienst mit einer Mannschaft und auch darüber möchten wir gleich sprechen über das Thema Kultur.

00:15:39: wie verändert sich eine Kultur innerhalb des Unternehmens wenn man eine Internationalisierung Strategie fährt?

00:15:44: Und was bedeutet das für alt eingesessene Strukturen, die man vielleicht auch hat.

00:15:49: Dazu gleich mehr liebe Zuschauer hier bei Chefsache.

00:15:52: bleiben Sie da

00:15:58: und damit

00:15:59: herzlich willkommen zurück!

00:16:00: Liebe Zuschauer bei Chefssache.

00:16:01: zu Gast im Studio ist Michael Müller.

00:16:04: er ist CEO bei der Wagner Unternehmensgruppe.

00:16:07: wir sprechen über das Thema Internationalisierung im Mittelstand.

00:16:10: du hast schon uns ein Blick gegeben wie ganz genau ja auch strategisch vorgeht.

00:16:15: aber am Ende geht es immer darum die Menschen mitzunehmen.

00:16:18: ich sage mal so Das herkömmliche Bild ist ja bei einem deutschen Mittelstädler, du hast da deine Stammmannschaft und dann hast du die Satelliten, die daraus nur irgendwie rum warbern.

00:16:27: Und die anderen machen halt am Ende das, was du halt sagst – um es liefern und die Zahlen stimmen usw.

00:16:34: Ist dieses Bild antiquiert mittlerweile?

00:16:36: Und muss man sich bisweilen in den deutschen Unternehmenszentralen anders ausrichten?

00:16:41: nicht für so eine Frage?

00:16:44: Ja also diese Frage kann ich gedroßt mit ja beantworten.

00:16:48: Die Satelliten, die da draußen rum warbern, die gibt es bei uns durchaus auch.

00:16:52: Allerdings sind sie bei uns sehr viel dezentraler und durch die Unternehmensstruktur oder wie wir gewachsen sind mit wesentlich mehr Funktionen versehen.

00:17:00: Wir entwickeln nicht nur im Headquarter wie das klassische übliche Mittelstand sondern wir entwickeln in USA, wir entwickeln in der Schweiz, in Italien, in Deutschland, in Vietnam beispielsweise.

00:17:10: Und von daher versuchen wir über die Art & Weise natürlich die Marktdynamik fort mitzunehmen noch Produkte zu machen, die im Markt dann tatsächlich wesentlich besser ankommen, wie wenn wir die uns in Zentraleuropa ausdenken was man in Indien braucht um Produkte zu beschichten beispielsweise.

00:17:25: Da

00:17:25: steckt schon ein bisschen Wumms dahinter will ich mal so sagen ja also stell dir vor du bist jetzt halt irgendwo im Headquarter und dann kriegst du mit dass der Kollege in Vietnam China USA Brasilien plötzlich eine Innovation auf die Strecke bringt, an der du vielleicht jahrelange rumgefummelt hast und nix ist passiert.

00:17:45: Was macht das am Ende mit den Mannschaften oder auch mit der Kultur?

00:17:49: Also Wagner bereichert es aus meiner Sicht durchaus schon heute.

00:17:53: Die Kollegen beispielsweise in Vietnam denken sich durchaus ab und zu Dinge aus, die für uns in Europa neuartig oder sonderbar erscheinen auf einen ersten Blick Und es ist durchaus so dass es Anfangs vielleicht belächelt wird.

00:18:04: wenn man sich dann aber mal etwas näher damit beschäftigt stellt man durchaus fest, dass es sinnvoll wäre sich da windmal zu beschäftigen und genauer reinzugucken.

00:18:11: Und daraus sind schon viele Initiativen entstanden die auch wiederum ihren Rückfluss quasi ins Headquarter haben um dort Denkanstöße zu geben wie wir anders agieren können in Entwicklungsprozessen selbst aber auch in der Frage wie Produkte im Markt erfolgreicher werden können.

00:18:24: Einerseits

00:18:25: musst du ja natürlich schon irgendwo die lokale Kultur unterstützen.

00:18:30: Andererseits hast du auch eine gemeinsame Kultur in einer Unternehmensgruppe, wie kriegt man das am Ende zusammen?

00:18:37: Dass die Menschen zusammenarbeiten und nicht gegeneinander arbeiten, dass sie sich nicht plötzlich lisilos auftun und mal den Graben kämpfen sozusagen steckt.

00:18:46: Kultur im Unternehmen ist ja letzten Endes nichts anderes als dieses Summe erlebten Führungsverhaltens.

00:18:52: Das ist ein Punkt, auf dem wir sehr viel Wert legen.

00:18:54: Was die Qualitäterführung angeht, Führungskräfte zu haben, die sehr stark integrativ wirken und damit schaffen wir durchaus auch in einem sehr dezentralen Konstrukt im Miteinander.

00:19:04: Und das basiert auch auf gleichen Werten, die bei Wagner International durch die neue Strategie international in gleicher Form entsprechend gelauncht wurden, die eine Weideinwicklung dessen stattfinden was wir die letzten zehn jährischen hatten um das auch nochmal zu vereinfachen oder auch nahbarer für die Leute zu machen.

00:19:24: Und auf Basis dieser Werte agieren auch die Führungskräfte, weil ich sage mal ganz platt ein Mensch möchte in China genauso gut behandelt werden wie in Deutschland und die Grundregeln sind sehr viel gleicher als man auf den ersten Blick glaubt.

00:19:38: natürlich gibt es einen proprietären Layer sozusagen der kulturellen Länder.

00:19:42: unterschiedlich ist aber Umgangsformen.

00:19:49: Da gibt es durchaus große gemeinsame Nenner, die wir entsprechend nutzen auch durch Führungskräfte Trainings.

00:19:53: Die wir weltweit machen zum Thema Leadership Entwicklung beispielsweise.

00:19:57: Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken.

00:19:59: Du kennst ja die Aussage und natürlich ist so das viele erst mal auf den oder die CEOs in diesem Fall schauen.

00:20:06: was bedeutet denn das ganz konkret für dein alltägliches Doing?

00:20:11: Wenn du in die Firma kommst, wenn du mit den Menschen sprichst.

00:20:14: viele sprechen ja über Leadership und persönliche Entwicklung untergleichen.

00:20:18: Aber am Ende geht es doch auch darum einfach Beispiel zu sein.

00:20:21: Das ist uns durchaus bewusst dass wir in der Rolle sind und das ist nicht ganz einfach.

00:20:26: aber wir versuchen natürlich in all den Aspekten mit gutem Beispiel voranzugehen.

00:20:30: was uns auch nicht immer gelingt muss man ganz klar sagen.

00:20:34: Wir haben das Glück aber eine Führungsmannschaft um uns herum zu haben die uns das auch widerspiegelt.

00:20:39: Und insofern haben wir aus meiner Sicht bei Wagner eine sehr, sehr gute und offene Feedback-Kultur.

00:20:44: Die es ermöglicht solche Verhaltensweisen selbst dann auch zu erkennen wahrzunehmen wenn sie von außen gespielt werden weil man oft selbst ein anderer Wahrnehmung hat als das Bild was man im Unternehmen abgibt.

00:20:54: Feedback bedeutet ja nicht immer hey du machst ne Sache super sondern bis vor allem auch da machst du ne Sache nicht so gut.

00:20:59: aber unter dem Strich geht es ja auch immer darum zu lernen eine hohe Lernagilität zu haben eine lernende Organisationen zu sein.

00:21:07: Klar, steht und fällt natürlich auch mit den Führungskräften.

00:21:10: mal ganz konkret bei dir nachgefragt.

00:21:13: Wie lernst du?

00:21:15: Und wie lernbereit bist Du?

00:21:17: Weil wir haben ja viele Themen da draußen, wie zum Beispiel KI und

00:21:20: Co.,

00:21:21: die ja permanent mehr Anforderungen an dich stellen.

00:21:25: Wie kann man überhaupt Lage über diese Situation sein?

00:21:30: Ich werde auf die Frage versuchen differenziert zu antworten im Kern.

00:21:33: Natürlich geht es darum sich... der Managementdisziplin selbst weiterzuentwickeln.

00:21:38: Dort kann man viel zu lesen und sich anschauen ganz konkret durch die Transformation, die jetzt im KI-Zeitalter eingeleutet ist.

00:21:45: Schau ich pro Woche wahrscheinlich größer zehn Stunden Podcast zum Thema wie verändert sich Technologie?

00:21:51: Durch KI entwickeln sich Geschäftsmodelle weiter.

00:21:54: Wie müssen sich Unternehmen transformieren um in diesen Prozessen entsprechend führend zu sein oder zu bleiben?

00:22:00: Und dafür geht sehr viel Zeit drauf.

00:22:02: Man muss aber durchaus konstatieren, dass selbst mit hohem Zeitaufwand es mittlerweile kaum noch möglich ist auf der Höhe dieser Entwicklung zu bleiben weil einfach so viele neue Dinge tatsächlich dazukommen die es herausfordern machen.

00:22:14: Aber wir sehen es sportlich an der Stelle, weil letzten Endes geht's darum das wir den entscheidenden Schritt schneller sind als unsere Wettbewerber nicht die absolute allwissende Front an der Technologie bilden sondern dort das Quenchen mehr verstanden zu haben, vielleicht als andere um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

00:22:30: Das

00:22:30: eine ist natürlich die Information zu haben aber das andere ist ja dann auch die Transformation in Gang zu setzen.

00:22:37: was macht dir persönlich Spaß bei einem solchen Transformationsprozess Wissen in die Unternehmung zu bekommen Internationalisierung reinzubekommen?

00:22:44: Was reiht sich da persönlich?

00:22:46: Wir haben Kraft für unsere Governance Struktur sehr hohe Freiheitsgrade und an den Transformations Prozessen reizt mich vor allem dass der Ausgang ungebiss ist.

00:22:55: Das ist meistens Terrain Cognita und man muss mit bestem Wissen und Gewissen handeln zu Zeitpunkten, in denen nicht alle Informationen vorliegen.

00:23:02: Und genau da trennt sich auch die Spreu vom Weizen und wir haben insgesamt weltweit eine Führungsmannschaft, die das sehr gerne macht.

00:23:09: Wir sind aus meiner Sicht sehr umsetzungsstark in solchen Transformationsprozessen und deswegen glauben wir dort auch zukünftig ganz gut mithalten zu können wenn ich führen zu sein unserer Branche.

00:23:22: Jetzt

00:23:22: gibt uns nochmal abschließend einen Blick auf den Standort Deutschland.

00:23:26: Glaubst du denn noch an den Standorte Deutschland?

00:23:32: In Summe ja, in Deutschland muss ich aber von der vorhin schon zitierten Vollkasko-Mentalität verabschieden weil in der heutigen Welt gibt es keine Sicherheit mehr auf der wir uns auswohnen können über Jahre oder Jahrzehnte die ein Wohlstand begründen wie jenseit Jahrzehn kennen.

00:23:46: und wenn das stattfindet auf gesellschaftlicher Ebene dann ist auch durchaus Potenzial, dass sich Deutschland weiterhin im Spitzenfeld der internationalen Volkswirtschaft bewegt.

00:23:58: Und was würde ich morgen antreiben?

00:24:00: Diesen Job weiter so betreiben wie du es jetzt heute schon tust?

00:24:03: Das sind definitiv unsere Kolleginnen und Kollegen mit denen wir tagtäglich zusammenarbeiten dürfen und das gemeinsam voranzutreiben, dass Wagner und Schwarz-Gelb auf dem Planeten durchaus Impact macht und zu einer besseren Welt beiträgt.

00:24:18: Herzlichen Dank!

00:24:19: Michael, für diese Einschätzung.

00:24:21: Schön, dass du hier warst im Studium!

00:24:23: Liebe Zuschauer, das wars schon wieder bei Chefsache.

00:24:26: Ein großes Thema in der relativ kurze Zeit behandelt.

00:24:29: Wie würde mich freuen wenn Sie spätestens in zwei Wochen wieder mit an den Bord sind?

00:24:32: Bis dahin Ihnen alles Gute und herzlichen Dank fürs Einschalten bis bald.

00:24:42: Tschüss.

Über diesen Podcast

Moderator Rolf Benzmann trifft Unternehmer, Vordenker und Vorbilder aus Wirtschaft und Gesellschaft.

Alle zwei Wochen als Podcast und als TV-Sendung bei Regio TV und im CHEFSACHE YouTube Kanal.

Die Gäste bei CHEFSACHE zeigen, wie sie konkret in Ihrem Bereich Verantwortung tragen und sich für Gesellschaft, Umwelt und gute Unternehmensführung (ESG) einsetzen. Anhand der eigenen Geschichte erzählen die Gäste ihren persönlichen Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Daneben geben die Gäste oft auch nützliche Tipps und Einblicke zu mehr Finanzkompetenz und Unabhängigkeit.

Rolf Benzmann ist Geschäftsführer von Regio TV Bodensee und Leiter der Regio TV Gruppe, dem größten privaten TV Sender in Baden-Württemberg.

#Verantwortung #Wirtschaft #Führung #Karriere #ESG #Nachhaltigkeit #Unternehmertum #Mittelstand #Transformation #Digitalisierung #Finanzkompetenz #Bodensee #RegioTV

Sie haben Feedback zur Sendung, Anregungen oder einen Gästevorschlag?
Dann schreiben Sie uns eine Email an: chefsache@regio-tv.de

Alle TV Sendungen gibt es auch in der Sendermediathek: https://www.regio-tv.de/mediathek/kategorie/chefsache/
Regio TV Bodensee auf Facebook: https://www.facebook.com/RegioTVBodensee/
über Rolf Benzmann: https://www.benzmann.com/

von und mit Rolf Benzmann und Gäste

Abonnieren

Follow us