00:00:07: Hallo und herzlich willkommen.
00:00:08: Liebe Zuschauer, unsere neuen Folge von Chefsache.
00:00:11: Deutschland ist krankgeschrieben.
00:00:13: Rekordkrankenstände, Milliardenverluste?
00:00:17: Was ist los in diesem Land?
00:00:19: Und was sind die Gründe dafür?
00:00:21: noch wichtiger?
00:00:22: Was kann man dagegen tun?
00:00:24: Das ist heute das Thema bei Chefssache.
00:00:26: Ich habe einen der profiliertesten Gesundheitsökonomen Deutschlands zu Gast.
00:00:31: Deutschland verzeichnet so viele Krankmeldungen wie nie zuvor.
00:00:35: Unternehmen kämpfen mit steigenden Fehlzeiten und sinkender Produktivität.
00:00:40: Gleichzeitig wächst der Druck, Transformation, Fachkräftemangel und der Einsatz von künstlicher Intelligenz verändern die Arbeitswelt rasant.
00:00:49: Auch die Erwartungen an Arbeit wandeln sich – insbesondere bei jüngeren Generationen!
00:00:54: Die entscheidende Frage ist wie gelingt unter diesen Bedingungen ein Neustart?
00:01:00: Und zu Gast im Studio begrüße ich ganz herzlich Volker Nürnberg.
00:01:04: Er ist Professor für Gesundheitsmanagement an der Hochschule Allensbach und Berater bei Bering Point.
00:01:09: Lieber Volker, schön dass du hier bist im Studio!
00:01:11: Vielen Dank für die Einladung, Wolf.
00:01:13: Was ist da los in Deutschland?
00:01:16: Also das Thema Krankenstände hört man ja immer wieder.
00:01:19: Jeder kämpft damit in den Unternehmen.
00:01:23: Ist das ein spezifisch deutsches Problem?
00:01:26: Es ist auch ein deutsches Problem.
00:01:28: Wir liegen hier besonders schlecht, auch wenn wir nicht ganz die Spitze sind ...
00:01:32: Wer ist die Spitzen?
00:01:34: Die nordischen Länder haben noch ein bisschen mehr als wir.
00:01:39: Aber es ist gerade in Corona ... In Corona ist der Krankenstand so ein bisschen runtergegangen und jetzt ist er deutlich nach oben gegangen, insbesondere die psychischen Erkrankungen.
00:01:49: Und man kann sagen, das ist der Flaschenhals des Wirtschaftswachstums bei ... Personalmangel.
00:01:55: auch noch hohe Krankenstände zu haben ist dramatisch.
00:01:58: Absolut, warum ist denn die Situation?
00:02:00: Wie sie ist?
00:02:02: es hat verschiedene Gründe.
00:02:04: wir müssen als erstes den demografischen Wandel anschauen.
00:02:06: Die älteren Mitarbeitenden haben mehr Fehl Tage weil sie einen gewissen Verschleiß haben nach zwanzig dreißig vierzig Arbeitsjahren.
00:02:16: Dazu kommt dass die jüngeren Generationen sensibler sind eher auf sich achten sich eher auch mal krank schreiben lassen.
00:02:26: Und der ganz große Faktor sind natürlich auch die psychischen Erkrankungen, die dramatisch nach oben gehen und man muss auch so ein bisschen systemweit denken.
00:02:37: Krankenstand ist auch Wartezeit.
00:02:41: Wir Deutschen warten zweiundvierzig Tage auf einen Facharztermin im Durchschnitt wenn jetzt der Mitarbeiter irgendwas hat.
00:02:48: Im schlimmsten Verleser zweifelt sich da kranke schrieben bis er überhaupt zum Arzt kommt Und das ist sicher ein Systemfehler.
00:02:55: Da wird ja aktuell auch viel darüber diskutiert, werden wir auch noch machen?
00:02:59: Also eine Gesundheitssystemsreform, einen Riesenbrett.
00:03:04: Wenn man sehr gespannt wie deine Einschätzung dazu ist.
00:03:06: aber nochmal zurück zu dem eigentlichen Krankenbild.
00:03:09: Du sagst was auffällig ist, dass auch psychische Erkrankungen ansteigen mit... Was hängt das zusammen?
00:03:15: der sogenannten Transformation der Wirtschaft zusammen?
00:03:19: Das hängt auch mit der Transformation zusammen, das heißt Digitalisierung immer neue Tools.
00:03:24: Immer neue Entwicklungen.
00:03:26: da kommt nicht jeder mit dass er sich andauern oder sie auf neue Dinge einstellt.
00:03:32: es hängt aber auch an der globalen Situation sprich Kriege mitten in Europa daraus resultieren, Existenzängste oder auch die Umweltkrisen und sonstige Disruptionen.
00:03:45: Da machen sich gerade die jungen Leute schon viel Gedanken wie es weitergeht mit der Welt.
00:03:51: Dazu kommt, dass die Arbeitswelt selbst natürlich sehr verdichtet geworden ist.
00:03:56: Früher hatte man mal Entspannungsphasen und heute ist doch sehr komprimiert und es fehlen.
00:04:03: Ich habe den Satz geprägt wir haben kein Belastungsproblem sondern ein Regenerationsdefizit.
00:04:10: Was meinst du damit?
00:04:12: Naja, ein Mitarbeiter bringt nur die beste Leistung wenn er einen gewissen Stress hat.
00:04:16: Wenn du völlig gechillt bist bringst du keine Top-Leistungen.
00:04:21: Aber du kannst am Beispiel des Fußballs nehmen der FC Bayern spielt heute gut morgen würden sie die Leistung nicht nochmal abrufen können.
00:04:31: Sie brauchen drei bis sieben Tage um sich zu regenerieren und vom Mitarbeiter wird aber jeden Tag verlangt dass er die Top Performance bringt und das klappt nicht immer.
00:04:41: Man möchte natürlich schon auch die eine Seite betrachten, dass die Rahmenbedingungen eben erfordern.
00:04:48: Dass du permanent on bist, dass du schnell bist, das du agil bist, flexibel, dass Du Ausdauer an den Tag bringst... Was sagst du diesen Menschen?
00:04:57: Dass man sagt naja wir haben halt einfach keine Zeit um groß zu rasten weil wir dann nämlich rosten Und die anderen vorbeiziehen?
00:05:04: Genau so muss eben ganz schnell agiert werden, wie du sagst.
00:05:09: Ein Verkäufer, der ein Auto verkauft, der muss das Angebot binnen fünf Stunden legen.
00:05:14: Sonst kauft er Grund im Internet.
00:05:16: Irgendwo anders.
00:05:17: Der muss nur eingeben was er sucht und dann kriegt er hunderte Angebote und mit diesem Zeitdruck kommen viele nicht zurecht.
00:05:27: Die bestimmte Dinge kann man lernen, wie man sich organisiert.
00:05:31: Aber bestimmte Dinger gewöhnt man sich auch nie dran und das ist einfach die Disruption zur Zeit.
00:05:39: Der Impact ist ja gewaltig auf die Unternehmen.
00:05:42: Ich hatte jetzt kürzlich einen Geschäftsführer getroffen von einem Automobilzulieferer, der berichtete mir und sagte Rolf du weißt du früher hatte ich drei Prozent Krankenstand?
00:05:53: Jetzt habe ich acht Prozent Krankenstand.
00:05:55: parallel Geht meine Umsatzrendite nach unten.
00:05:58: Klar, Automobilbranche und muss ich jetzt mehr oder weniger mal die Sinnfrage stellen?
00:06:03: Also wo geht das überhaupt alles noch hin?
00:06:05: Gibt es dafür überhaupt einen Ausweg?
00:06:07: Absolut!
00:06:08: Wir sind jetzt je nach Statistik... Ich gebe ja zusammen mit der DHK die Zahlen raus.
00:06:13: für letztes Jahr haben wir knapp zwanzig Kalendertage-Feldtage berechnet.
00:06:19: Das ist schon ordentlich ordentlich viel, das muss man sagen.
00:06:23: Zwanzig-Kalendertagen
00:06:24: also.
00:06:25: wir sprechen von Im Prinzip fast drei, vier Wochen.
00:06:28: Ausfall
00:06:30: an Produktivität und Anwesenheit an allem drum und dran.
00:06:34: Dazu kommen wir dann im Regelfall noch... ...vier bis dreißig Urlaubstage?
00:06:38: Klar!
00:06:39: Und Weiterbildung et cetera.
00:06:41: Ganz genau.
00:06:42: Wir haben bestimmte Branchen wie das Gesundheitswesen.
00:06:46: Ich habe eine Universitätsklinik die in der Pflege haben.
00:06:50: Vierzig Fehl Tage pro Mitarbeiter, pro Jahr.
00:06:54: Das gewaltig.
00:06:57: Und vor allem diejenigen, die ja noch da sind müssen den Job von den anderen mitmachen plus noch die Veränderungsprozesse und so weiter.
00:07:04: Die Teufelsspirale genannt.
00:07:06: dort wo Personalmangel ist müssen die vorhandenen mehr arbeiten dann werden die krank Dann ist noch höherer Personalmange.
00:07:12: also das spielt miteinander rein.
00:07:15: Grundsätzlich sollten wir uns merken es geht sowohl um das Unternehmen an für gesunde Rahmenbedingungen zu sorgen aber auch jeden Einzelnen sich gesundheitsgerecht zu verhalten.
00:07:26: Dann lass uns genau mal diese beiden Seiten der Medaille anschauen, ja?
00:07:31: Also wichtig finde ich nochmal den Aspekt.
00:07:34: nicht
00:07:34: nur das Unternehmen ist dafür verantwortlich, sondern jeder auch persönlich für sich selbst und seine Gesundheit.
00:07:40: aber lasst uns noch einmal den Aspek des Unternehmens anschauen.
00:07:44: bis wohin muss und sollte sich das Unternehmen um deine Gesundheit kümmern?
00:07:50: Es ist ein sensibler Bereich.
00:07:53: Ob mein Arbeitgeber zu mir jetzt sagen darf, Folger mit BMI-Siebenzwanzig hast du zwei Punkte zu viel und es ist auf Dauer nicht gesund.
00:08:02: das sagt man in Deutschland ist ethisch verwerflich.
00:08:06: Wenn du zu viel spick auf den Dritten hättest?
00:08:08: Sechzig Prozent der Deutschen sind übergewichtig woraus achtzig Prozent der Erkrankungen resultieren, die wir heutzutage haben aus schlechten Lebensstil.
00:08:19: Also es ist ganz schwierig da auf den einzelnen einzuwirken.
00:08:23: man kann nur freiwilligangeboten machen.
00:08:25: was das Unternehmen machen kann is eine gesunde Kultur zu schaffen.
00:08:30: Was ist das?
00:08:31: Was ist eigentlich
00:08:32: so ne Kultur?
00:08:32: Naja den zeitgemäßer Führungsstil.
00:08:36: du kannst die jungen Leute nicht mit den Instrumenten von vor fünfzig Jahren.
00:08:43: Sie wollen demokratisches System, wo der Chef mich mit einbezieht.
00:08:48: Aber letztendlich selber dann entscheiden muss das auf jeden Fall.
00:08:53: sie wollen Sinnhaftigkeit der Arbeit.
00:08:55: wenn sie nicht verstehen warum sie was machen müssen dann machen sie es nicht und sie wollen mehr Selbstbestimmung als früher.
00:09:02: also ich mache jetzt morgens zuerst dass dann das dann das da will die Generation Z sich möglichst wenig reinreden lassen, sodass eben gibt er im amerikanischen diesen Ausdruck Culture eats, Strategy for breakfast.
00:09:19: Also die Kultur eines Unternehmens ist wichtiger als seine Strategie und das haben noch nicht alle Unternehmen verinnerlicht.
00:09:28: Na ja man könnte natürlich auch sagen Den Sinn in der Arbeit zu finden, das liegt doch bei jedem selbst.
00:09:35: Also einer macht eine bestimmte Tätigkeit weil er sagt Mensch da kann ich mich wirklich selbst verwirklichen oder ich habe tolle Kollegen.
00:09:43: oder die Kreativität die ich dort einbringen kann.
00:09:46: auch hier nochmal zum Prinzip Selbstverantwortung Was kann man letztendlich von den Mitarbeitern verlangen und wo muss man unterstützen?
00:09:54: Absolut, es ist ein Geben und Nehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
00:09:59: Natürlich muss ich erst mal sehen dass sich die richtigen Mitarbeiter am richtigen Platz haben.
00:10:03: das muss ich als Chef letztendlich entscheiden.
00:10:07: aber die Mitarbeitenden selbst müssen eben auch deutlich mehr einbringen, als sie das wahrscheinlich bisher tun.
00:10:15: Bis hin zu gesundheitsgerechterem Verhalten.
00:10:18: Ich sage ein Beispiel seit Corona ist zum Beispiel Deutschland sehr impfmüde.
00:10:24: Krippeschutzimpfung macht Sinn bei Menschen die Kundenkontakt haben.
00:10:29: Die Impfquote bei deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sind zwischen unter zehn Prozent.
00:10:35: Gucken
00:10:36: wir noch mal zum Chef!
00:10:39: Der ja letztendlich sich auch um seine Schäfchen kümmern darf und sollte.
00:10:44: Welche Rolle spielt er als Vorbild?
00:10:47: Also die wichtigste Stellschraube im Unternehmen ist der direkte Vorgesetzte, mit dem man täglich zu tun hat.
00:10:54: Das sind übrigens auch der häufigste Kündigungsgrund in Deutschland.
00:10:57: Fünfzig Prozent kündigen wegen ihrem Chef.
00:11:02: Aber Gesundheit ist ein Top-Down-Prozess.
00:11:05: Das heißt, man muss es auch ein Stück weit vorleben als Chef wie gesunde Arbeit geht.
00:11:12: und umgekehrt gesprochen bin ich der Meinung, Arbeit macht nicht krank sondern Arbeit hält gesund wenn sie in den richtigen Rahmenbedingungen stattfindet, weil wir fordern unseren Kopf und unseren Körper bei der Arbeit.
00:11:28: Und das darf man nicht vernachlässigen.
00:11:30: die meisten Menschen ziehen ihr Selbstbewusstsein auch aus ihrem Job.
00:11:36: Deshalb ist Arbeit nicht schlecht, das müssen wir den Leuten immer wieder auch vergegenwärtigen.
00:11:42: Wenn
00:11:42: du über die richtigen Rahmenbedingungen sprichst, lass uns da noch mal vielleicht eine Frage nachsetzen.
00:11:47: Es wird ja viel diskutiert dann wieder über die vier Tage Woche und was weiß ich wie viele Stunden- und Urlaubstage untergleichen?
00:11:54: Was meinst du genau mit der Rahmenbedienung?
00:11:56: Ist es in der Arbeitszeit, sind das Arbeitsbedingungs-, was ist das?
00:12:02: Arbeitszeit ist in bestimmten Berufen ein großes Thema.
00:12:05: Zum Beispiel in der Pflege wissen wir, wenn wir nicht den Schichtdienst hätten und diese Unwägbarkeiten das die Leute einspringen müssen dann wären ungefähr drei hunderttausend Menschen mehr in der pflege.
00:12:18: Das ist schon eine Hausnummer auf jeden Fall.
00:12:22: aber ansonsten ist es eher wie gesagt Die Organisation In einer Firma dass dass Klima wie miteinander umgegangen wird, nicht nur mit einem Chef sondern auch im Team muss man sich wohlfühlen.
00:12:37: Also die weichen Faktoren es ist nicht die schlechte Software und der Computer der nicht geht, sondern das atmosphärische Miteinander.
00:12:47: Ob man gerne arbeiten geht, es gibt dieses schöne Zitat im Krankenstand ist eine Bettkantenentscheidung.
00:12:56: Der Mitarbeiter sitzt morgens um sechs auf der Bettkante und ihm tut er kleine CW.
00:13:00: und jetzt überlegt er sich, gehe ich arbeiten oder mache ich krank?
00:13:04: Wenn er einen guten modernen Chef hat, der ihn morgens erst mal begrüßt und auf die Schulter klopft, dann geht er arbeiten.
00:13:10: Wenn er ein Autoritären hat, dann legt er sich wieder hin ganz einfach heutzutage auch, sich krank schreiben zu lassen.
00:13:18: Vielleicht noch ein Nachsatz zum Thema Atmosphäre in der Arbeitswelt?
00:13:22: Also was wir natürlich alle sehen ist schon eine gewisse Angst!
00:13:27: Werde ich eigentlich noch am nächsten Tag gebraucht wenn KI meinen Job macht?
00:13:33: wie könnte ein Rezept aussehen damit umzugehen?
00:13:36: Das spielt mit rein bei vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, dass die Welt sich so stark verändert.
00:13:42: Wir wissen, zwanzig-dreißig Prozent der Jobs wird es in zehn Jahren nicht mehr geben – das ist richtig!
00:13:49: Und das muss man eigentlich auch den Menschen ehrlich sagen.
00:13:51: Das heißt aber für die Leute selber, dass sie sich weiterentwickeln müssen weil es werden neue Jobs entstehen an der Schnittstelle zwischen Mensch Maschine, aber da muss man vielleicht noch mal eine zweite Ausbildung machen oder eine Weiterbildung oder ein Aufbaustudium.
00:14:09: Also niemand wird mit seiner Ausbildung durch das ganze Berufsleben kommen, dass das wird so nicht gehen und dann muss man die Leute anhalten sich weiterzuentwickeln.
00:14:21: Vielen Dank an dieser Stelle für diesen Einblick.
00:14:24: Wir werden gleich im zweiten Teil zum Prinzip Selbstverantwortung übergehen, also sprich was kann jeder selbst noch machen?
00:14:29: Wir hatten jetzt sozusagen die Dimension der Arbeitswelt abgedeckt.
00:14:33: mehr dazu gleich hier.
00:14:34: liebe Zuschauer bei Chefsache.
00:14:36: bleiben Sie dran!
00:14:40: Und damit herzlich willkommen zurück, liebe Zuschauer bei Chefsache.
00:14:44: Zu Gast im Studio ist Volker Nürnberg erst Gesundheitsökonom.
00:14:48: Wir sprechen über Deutschlands Krankenstand und im ersten Teil der Sendung hattest du gesagt naja das Unternehmen kann schon einiges tun, damit es dem Mitarbeitern besser geht aber man muss auch den einzelnen Menschen wirklich abholen um das Thema Gesundheit auch einfordern.
00:15:05: ganz konkret was kann man
00:15:06: machen?
00:15:07: Also mich stört allgemein, dass wir in Deutschland so ein bisschen eine All-inclusive Mentalität haben bei Gesundheit.
00:15:13: Was meinst du?
00:15:14: Na ja die Krankenkasse wird schon richten und die wird alles bezahlen und was sie nicht bezahlt das ist gesundheitlich auch nicht notwendig Und viele achten zu wenig auf ihre Gesundheit.
00:15:26: Und es ist auch Aufgabe eines Arbeitnehmers, so in Schuss zu sein, dass er seine optimale Arbeitsleistung bringen kann.
00:15:35: Das ist nicht bei allen so ... Man hat auch nicht immer Einfluss drauf.
00:15:38: Aber alleine zehn Prozent der Krankschreibungen sind private Unfälle, die gar nichts mit dem Job zu tun haben und bei anderen gibt's Grauzonen- und Wechselwirkungen.
00:15:50: Also kurz um die Handlungsfelder Bewegungs-, Ernährungsstress- und Sucht muss jeder Einzelne in den Fokus nehmen.
00:15:58: Aber das kommt bisweilen nicht so rüber?
00:15:59: Also oft hört man im Umfeld, na ja also für meine Krankheiten mache ich letztendlich meiner Arbeitgeber verantwortlich.
00:16:07: Das kann man so monokausal nicht sehen sondern die meisten Erkrankungen nehmen wir das Beispiel der psychischen Erkranken sind sowohl im Privatleben als auch im beruflichen.
00:16:18: Du bist thirty- oder forty Stunden die Woche in der Firma.
00:16:22: Aber viel, viel länger bist du ja Privatmensch und deshalb spielt das Privatleben eine erhebliche Rolle für dein
00:16:32: Gesundheitszustand.".
00:16:33: Das wird ja auch viel diskutiert über Resilienz von Altersgruppen sozusagen.
00:16:38: Ja also immer wieder Bashing Generation Z. Es ist längst nicht mehr so konfliktfähig.
00:16:44: Wenn ich den mal was sage, dann kippen sie gleich um und sind krank oder kommen gar nie wieder?
00:16:48: Ist da was
00:16:48: dran?".
00:16:49: Die Bindung an das Unternehmen hat dramatische Mapp genommen gerade bei den jungen Leuten.
00:16:54: also bei mir in der Uni sagt man wer heute auf dem Arbeitsmarkt kommt wird durchschnittlich zwölf bis fünfzehn Arbeitgeber haben bis er einen Rohrstand gibt.
00:17:02: Und zwölft bis fünf zehn Arbeitgebern.
00:17:04: Ja!
00:17:04: Und wenn du eine ganz tolle Firma bist... Jetzt halt
00:17:06: doch Jubilänen mit vierzig fünf Jahren vorbei sozusagen.
00:17:09: ja
00:17:09: Genau, das wird es nicht mehr geben.
00:17:11: Sondern die Lebensläufe sind disruptiv.
00:17:15: Da sind mal Lücken drin, ein Sabbatjau oder sonst was ... Und wir müssen eben schauen, dass wir die jungen mit neuen Methoden kriegen.
00:17:26: Die Generation Z ist schwieriger zu kriegen.
00:17:29: Sie ist nicht per se faul aber sie ist ausdifferenzierter.
00:17:33: Neue Methode bedeutet ganz genau, was kann man machen?
00:17:37: mehr Flexibilität, um auch dem Berufsleben Raum zu geben.
00:17:42: Es gibt eben Leute die arbeiten morgens gern und abends gern und tagsüber machen sie Sport.
00:17:48: dann muss man vielleicht auch die Arbeitszeiten modifizieren, um dem Privatleben gerechter zu werden.
00:17:55: Und wir müssen sehen der durchschnittliche Arbeitnehmer ist fünfundvierzig das heißt seine Eltern sind im Schnitt seventy plus viele pflegen nicht mehr.
00:18:03: Auch da müssen wir als Unternehmen darauf eingehen.
00:18:06: also eine Menge an privaten Baustellen, die wir ins Unternehmen integrieren müssen.
00:18:12: Nun
00:18:12: wird ja auch aktuell in der Politik über die Gesundheitsreform gesprochen gerade auch in den Schlagzeilen zu sehen.
00:18:20: wie bewertest du als Profi des Fachs aktuell die Diskussion?
00:18:27: Anders gefragt würde über die richtigen Dinge diskutiert.
00:18:31: Es sind gute Vorschläge vorhanden, zumindest um die Krankenversicherung kurzfristig auch zu stabilisieren.
00:18:38: Das geht ja für die Arbeitgeber drum, insbesondere die Lohnnebenkosten zu senken.
00:18:43: Wir sind jetzt weit über vierzig Prozent und das macht uns international einfach nicht mehr wettbewerbsfähig.
00:18:51: wir sind als Deutsche nicht mehr so viel besser wie wir teurer sind.
00:18:56: Und das ist das Problem.
00:19:00: Das heißt, zurzeit auf die Firmen bezogen.
00:19:03: Man möchte die Lohnverzahlung im Krankheitsfall ein Stück reduzieren.
00:19:07: Ich glaube das ist sinnvoll im internationalen Vergleich wenn man das moderat macht und man wird die Eigenbeteiligungen zum Beispiel bei Medikamenten erhöhen.
00:19:18: auch das ist wahrscheinlich sinnvoll.
00:19:22: Und hier gibt es eine Menge an Dingen an die wir angehen müssen.
00:19:27: Gibt es einen?
00:19:27: Konkrete Ideen, die du auch an dieser Stelle mit einbringen würdest?
00:19:31: Die vielleicht jetzt noch nicht im Relevant Set sind.
00:19:35: Wir können sicher durch Digitalisierung noch einiges an Synergien im Gesundheitswesen hinkriegen.
00:19:41: gerade im ländlichen Raum werden mehr Telemedizin brauchen etc.
00:19:47: und wir haben in Deutschland viel zu viele Arztbesuche.
00:19:52: weit über zehn ist im international Durchschnitt mehr als doppelt so viel.
00:19:58: Das liegt an der Mentalität, die sich über Jahrzehnte eingespielt hat.
00:20:04: In anderen Ländern, wenn man eine Erkältung hat, kuriert man sie aus.
00:20:09: Da braucht man in der Regel für einen Kopfschmerz keinen Hausarzt.
00:20:14: Das heißt also du siehst auch im Zukunft ein Prinzip große Chancen auch in der Technologie und auch in den KI für das Thema Gesundheit?
00:20:23: Absolut KI kann im Gesundheitswesen der Gamechanger werden.
00:20:28: Zum Beispiel dem Psychebereich gibt es innovative Ansätze, die sogenannte Naja zum Beispiel ein virtueller Avatar, der Menschen so gut betreut dass sie gar nicht merken das ist eine Maschine ist.
00:20:45: also hier wird sich in den nächsten Jahren sehr viel tun.
00:20:48: Man will es ja fast noch gar nicht glauben, denn wenn man sich allein mal anschaut was mit einer ekronischen Patientenakte passiert oder auch nicht passiert dann ist das wovon du gerade sprichst ganz weit weg.
00:20:58: Das ist richtig aber das liegt daran dass wir in Deutschland eben in der Digitalisierung ganz weit hinten sind im europäischen Vergleich die ästlichen Länder zum Beispiel sind, sind uns Welten voraus und in der KI sind wir dementsprechend hinten dran.
00:21:14: Dazu kommt es, dass wir das Datenschutz sensibelste Land der Welt sind,
00:21:19: d.h.,
00:21:19: der deutsche Datenschütz kostet auch Leben.
00:21:22: Das muss man so kritisch sagen!
00:21:25: Lass uns abschließend noch auf einen internationalen Vergleich schauen.
00:21:29: Ich finde das immer ganz spannend, wenn man sozusagen erst mal die eigenen Reihen schaut.
00:21:32: aber wenn man links rechts oben unten und auch nochmal hinschaut gibt es denn aus deiner Sicht eine Paradegesellschaft oder ein Paradeland wo du sagst von denen?
00:21:43: Von den können wir wirklich was
00:21:44: abschauen.
00:21:46: Wie ich sagte in der Digitalisierung können wir von vielen Nordischen Ländern was lernen.
00:21:52: Wir können sicher, was Arbeitsengagement etc.
00:21:58: angeht von den Ländern die jetzt stark am Aufstreben sind viel lernen also.
00:22:04: die haben uns inzwischen auch bei den Innovationen überholt.
00:22:09: Und was wir ganz am dringendsten brauchen, ist eine Entbürokratisierung der Wirtschaft und des Gesundheitswesens um einfach schneller voranzukommen.
00:22:19: Also da gibt es ganz viel Luft nach oben leider.
00:22:23: Und das berühmte deutsche Mindset?
00:22:26: Was sagst du dazu?
00:22:29: Ich meine,
00:22:29: wir sind ja ziemlich weit gekommen auch mit einem gewissen Mindset.
00:22:32: Aber auch das scheint jetzt nicht mehr ganz zeitgemäß zu sein?
00:22:35: Wir sind nicht mehr die Benchmark.
00:22:37: Das müssen wir uns so kritisch eingestehen.
00:22:40: Ein China ein Indien
00:22:41: etc.,
00:22:42: haben uns längst überholt bei viel niedrigeren Lohnkosten und das wird dazu führen dass weiter Arbeitsplätze ins Ausland wandern.
00:22:53: und das tut mir richtig weh weil könnten, wenn wir jetzt endlich den großen Wurf hätten nach vorne kommen.
00:23:00: Und ja die Krankschreibungen und Kranktage sind hier nur eine ganz kleine, kleine Baustelle wo ich mir auch Innovationen wünschen würde.
00:23:10: Abschließende Appell!
00:23:11: Wir kommen zum Ende unserer Sendung, liebe Völker?
00:23:15: Ja... Konkret jetzt auf unser heutiges Thema.
00:23:18: Ich wünsche mir zum Beispiel die Teilkrankschreibung, Mitarbeiter der einen Homeoffice-Platz hat und den kleinen C gebrochen hat muss nicht zwang zwingend krankgeschrieben sein.
00:23:30: ich wünsche mehr wirklich ein Innovationsschub und ich glaube wir müssen als jeder einzelne Arbeitnehmer in Zukunft uns mehr einbringen als wir das bisher getan haben und die Unternehmen analog.
00:23:47: Herzlichen Dank für dieses Fazit.
00:23:49: Vorkönnenberg, schön, dass du hier warst!
00:23:51: Im Chefstag der Studio liebe Zuschauer das war es doch schon wieder so weit an dieser Stelle.
00:23:55: Herzlichen dank für Ihr Interesse.
00:23:57: Das würde mich freuen wenn Sie spätestens in zwei Wochen wieder einschalten.
00:24:00: Bis dahin wünsche Ihnen alles Gute.
00:24:02: Tschüss.