00:00:06: Hallo und herzlich willkommen die Zuschauer zu einer neuen Folge von Chefsache.
00:00:09: Die Medienwelt verändert sich rasant, welchen Inhalten kann man überhaupt noch Glauben schenken?
00:00:15: Und welche Bedeutung haben Medien für den Zusammenhalt der Gesellschaft, den Wandel der Medienlandschaft, den begleitet seit vierzig Jahren die Landesanstalt für Kommunikation als Aufsichtsbehörde.
00:00:27: Wir sprechen heute über die Gegenwart und Zukunft der Medienlandschaft.
00:00:32: Die Medienwelt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert.
00:00:37: Inhalte entstehen überall, auffindbar werden sie durch Algorithmen nach den Regeln einer globalen Plattformökonomie.
00:00:44: Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Regulierung und Kontrolle.
00:00:48: Als zuständige Aufsichtsbehörde in Baden-Württemberg feiert die Landesanstalt für Kommunikation in diesem Jahr ihr vierzigjähriges Jubiläum und steht zunehmend vor der Herausforderung, auch Orientierung in einer immer komplexer werdenden Medienlandschaft zu geben.
00:01:04: Denn wo verlässliche Information schwindet, gerät auch demokratische Öffentlichkeit unter Druck.
00:01:11: Umzug aus dem Chefstache Studio begrüße ich ganz herzlich.
00:01:14: Dr.
00:01:14: Wolfgang Kreisig.
00:01:15: Sie sind Präsident der Landesanscheid für Kommunikation.
00:01:18: Herzlich Willkommen!
00:01:18: Schön dass ihr da seid.
00:01:19: Vielen Dank für die Einladung.
00:01:21: Lassen Sie doch gleich mal meine Eingangsfrage aufnehmen.
00:01:25: Und zwar wer bestimmt denn eigentlich heute die Medienlandschaft?
00:01:28: Sind es noch die klassischen Redaktionen oder reden wir am Ende von Tech-Konzernen, die nicht in Deutschland sitzen?
00:01:35: Ja ich denke mal.
00:01:36: sowohl als auch das Gute was man sagen kann ist glaube ich dass sich Menschen in Deutschland noch sehr vielfältig informieren.
00:01:41: Das heißt sie haben nicht nur ein Medium sondern verschiedene.
00:01:44: Das sind durchaus lineare klassische Medien als auch Social Media.
00:01:47: und wenn man natürlich nur auf Social Media schaut Dann sind es die Algorithmen, die bestimmen und haben natürlich keine Perspektivvielfalt.
00:01:55: Sondern setzen darauf was einen jetzt persönlich interessiert und spielen dann sehr ähnliche Inhalte aus.
00:02:01: Und so ist eben der Mechanismus.
00:02:03: das muss man wissen.
00:02:05: aber nach wie vor spielt auch die klassische Medien noch eine wichtige Rolle.
00:02:08: Aber habe Sie schon das Gefühl dass wir von einem Ende der gemeinsamen medialen Öffentlichkeit sprechen?
00:02:13: Weil jeder ist hier in der Lage selbst Programmchef mittlerweile zu sein.
00:02:17: wenn ich mir überlege wie das vor Ja, ein Jahrzehnten lief Wetten das.
00:02:21: Das war es die ganze Familie noch vor der Glotze?
00:02:24: Das Lagerfeuer der Neuzer sieht jetzt anders aus.
00:02:26: Absolutes Lager-Feuer in dieser Hinsicht gibt's nicht mehr.
00:02:30: Jeder hat sein eigenes Portfolio, seinen eigenen Vorlieben und welche Medien er schaut ist bei mir persönlich ja auch so.
00:02:35: Ich schaue mir dieses und jene sind eigentlich immer ähnliche Plattformen, denen ich nutze gemischt aus klassischen Medien, Social Media weniger Aber auch Podcasts neuerdings sind ja auch sehr stark im Kommen.
00:02:46: Und natürlich hat dann jeder seine eigene Medieninhalt, insofern hat er jeweils seinen eigenen Ausschnitt und der jeweils andere kann gar nicht dasselbe Portfolio nutzen.
00:02:54: Insofern hatte jeder seiner eigenen Medienrealität.
00:02:58: Lassen wir uns mal ein bisschen besser verstehen welche Aufgabe die Landesanstalt für Kommunikation in dieser Gemengelage haben.
00:03:04: Welche Bedeutung hat denn überhaupt noch eine solche Aufsichtsbehörde?
00:03:10: Ich denke, sie hat eine größere Bedeutung als je zuvor.
00:03:14: Man kann natürlich sagen ja gut die großen Social Media Konzerne was keine Medienanstalt da ausrichten.
00:03:19: aber ist es eben auch so?
00:03:20: wir haben neue Regulierungsaufträge die auch die großen Plattformen betreffen.
00:03:26: Wir agieren nicht nur aus Stuttgart heraus sondern wir agieren bei Nationalen Sachverhalten bei Social-Media-Sachverhalten, auch als Gemeinschaft der Medienanstaltungen.
00:03:34: Also bundesweit gemeinsam treffen wir Entscheidungen aber natürlich auch ganz lokal vor Ort.
00:03:38: wenn es zum Beispiel den Regionalsender wie hier RegioTV betrifft ein entscheidend wir darüber ob er zehn weitere Jahre senden darf oder nicht oder ob er mal einen Fehler gemacht hat oder nicht und vor allem zb auch ob wir und wie wir ihn fördern können unterstützen können damit regionale Informationen einfach noch stattfindet.
00:03:55: Und natürlich auch im europäischen Kontest können wir gegen internationale Plattformen vorgehen illegale Inhalte und so weiter, und sofort.
00:04:02: Und das heißt wir haben nach wie vor einen wichtigen Auftrag.
00:04:04: den erfüllen wir und insofern sehen wir uns als noch ganz wichtig und notwendig ganz abseits von Themen wie mit den Kompetenzen
00:04:11: usw.,
00:04:12: die wir natürlich auch immer stärker
00:04:14: spielen.".
00:04:15: Stichwort Riesen-Digitalkonzerne.
00:04:18: also Wie scharf.
00:04:20: ist denn das schwer, dass sie tatsächlich schwingen können?
00:04:23: Man hört bisweilen, dass die natürlich auch aufgestellt sind.
00:04:27: Amadas von Juristen am Ende haben und irgendwo ihre Schlupflöcher suchen.
00:04:32: Ist es so ein bisschen wie Haselniegel?
00:04:34: Ja, es ist derzeit aktuell noch etwas schwierig weil wir eben eine ganz neue europäische Regulierung bekommen haben mit dem sogenannten Digital Services Act.
00:04:43: Und die Frage ist, in welchem Verhältnis steht denn das nationale Recht mit den Digital Services Act?
00:04:48: Ist noch nicht ganz ausgefochten.
00:04:49: Wir haben auch in unserem deutschen Recht im Medienstaatsvertrag Regelungen für Plattformen, dass sie diskriminierungsfrei sein müssen, dass Sie eben auch transparent sein müssen was die Algorithmen anbelangt.
00:04:58: da regulieren wir jetzt.
00:04:59: Wir führen auch Verfahren aber wir merken eben dann, dass die Konzerne sagen ihr seid gar nicht mehr zuständig bis zukünftig Europa und insofern haben wir da noch einen Rechtskonflikt.
00:05:08: Aber oft durch das europäische Recht haben wir eben auch die Möglichkeit bei illegalem Inhalten, jugendschutzrelevanten Inhalten direkt gegen die Plattform in Irland zum Beispiel gegen Meta oder Google vorzugehen und zu sagen ihr habt hier einen illegalen Inhalt nehmt das bitte raus.
00:05:21: Und entweder sie tun das oder Sie tun es nicht.
00:05:23: und wenn sie's nicht tun dann können wir einfach auch eine Verwaltungsverfahren gegen eine internationale Plattform einleiten Und wir sorgen dafür die Grundlage für eigentlich die große Aufsicht, die in Europa die EU-Kommission hat gegen die sehr großen Plattformen.
00:05:35: Denn die kann wiederum nur gegen systemische Verstöße vorgehen und dazu braucht man aber viele Einzelfälle um das nachweisen zu können.
00:05:41: Insofern arbeiten wir da Hand in Hand auch wenn es noch an der einen oder anderen Ecke ein wenig
00:05:46: knirscht.".
00:05:46: Das wird ja viel diskutiert aktuell darüber, auch inwiefern solche Plattform süchtig machen.
00:05:52: haben Sie dazu eine Meinung?
00:05:54: Na ja, ob das süchtig macht oder nicht ist erst mal eine wissenschaftliche Frage.
00:05:57: So wie es jetzt aussieht gibt es Hinweise darauf dass es süchtigmachende Effekte gibt.
00:06:02: und wenn wir uns selber betrachten oder auch unser Umfeld dann sehen wir schon sehr stark wie oft und wie häufig und wie lang vor einem Social Media genutzt wird.
00:06:09: Und das darf natürlich nicht sein und da muss man ganz klar die Plattform Auch in die Verantwortung nehmen denn das ist ja nicht part of the deal Dass wir hier mit Medien umgehen die süchtlich machen und insbesondere Kinder und Jugendliche dadurch beeinträchtigen können.
00:06:22: Insofern haben hier auch eine Aufsichtsfrage zu stellen, wie können wir gegenüber Plattformen oder eben auch die EU-Kommission durchsetzen dass diese Mechanismen nicht mehr stattfinden?
00:06:32: Ganz praktische Fragen.
00:06:33: Auch der Aufsicht ist ja zum Beispiel das Thema Werbekennzeichnung.
00:06:36: also wenn ich jetzt heute sozusagen als Influencer einen Kanal betreiben.
00:06:40: Da sieht man bisweilen ganz wilde Dinge, was so alles passieren und noch wilder, was im Hintergrund läuft wenn es um Sponsoring-Aktivitäten geht, Co-Finanzierung oder wie auch immer.
00:06:51: welche Möglichkeiten haben sie da?
00:06:53: Und was fällt Ihnen speziell auch in Baden-Württemberg auf?
00:06:55: Ja erstmal ist es ja wichtig dass nach und vor der Grundsatz gilt das Werbung ein redaktionelles Programm getrennt sein muss.
00:07:01: Das ist hier beim regionalen Sender genauso wie bei den Influencern draußen.
00:07:04: Das heißt der Nutzer die Nutzerin soll nicht manipuliert werden können.
00:07:08: Sie muss wissen, was sie sieht und wenn es redaktionell ist das macht einen Unterschied.
00:07:14: Natürlich sehen wir dass viele Influencer versuchen so ein bisschen an der klaren Kennzeichnung vorbeizukommen vielleicht auch weil sie ja authentisch sind, weil die Nutzerinnen und Nutzer dann so nah dran sind, ist das möglicherweise ein höherer Werbeeffekt?
00:07:25: Das versuchen wir zu verhindern.
00:07:27: Ich glaube, da kann man für Baden-Württemberg keine großen Besonderheiten feststellen.
00:07:30: Das ist überall das Gleiche.
00:07:31: Wir stimmen uns ja mit unseren Kolleginnen und Kollegen in anderen Medienanstalten ab.
00:07:35: Wir gehen dagegen vor.
00:07:36: mittlerweile hat sich das auch umgesprochen aber wir machen es auch etwas niedrigschwellig am Anfang.
00:07:40: Wir geben ein Hinweis pass mal auf ihr müsst hier richtig kennzeichnen.
00:07:44: bitte Wenn Sie darauf nicht reagieren, fangen wir dann an mit förmlichen Anhörungen und Verfahren.
00:07:50: Wir geben da auch eine Chance der Besserung, dass es ein sinnvolles Vorgehen ist, weil es sehr viele Angebote gibt die wir überwachen müssen.
00:07:58: Deswegen versuchen wir das so in einer gestuften Art und Weise zu tun.
00:08:02: Wie darf ich mir das praktisch vorstellen?
00:08:04: Haben Sie dort zig Mitarbeiter sitzen oder haben Sie Technologien, die permanent die Kanäle sozusagen monitorn?
00:08:12: Ja, so ist es nicht.
00:08:14: Also jedenfalls nicht in der Werbekennzeichnung.
00:08:15: natürlich konzentrieren wir uns angesichts der Masse der privaten Menschen die sich äußern oder bei den Influencern auf die Reichweiten stärksten.
00:08:24: Insofern und da gucken wir dann schon auch händisch drauf wie das funktioniert.
00:08:28: Wir können das auch speichern technisch aufzeichnen um uns das dann in Ruhe anzuschauen.
00:08:31: Das ist der eine Bereich.
00:08:33: aber zum Beispiel im Bereich Jungschutz arbeiten wir mit künstlicher Intelligenz.
00:08:37: Da haben wir ein System dass solche Ja, illegalen Inhalte detektiert.
00:08:43: und uns dann tatsächlich die Möglichkeit gibt, eine Vielzahl von Angeboten zu scannen.
00:08:47: Und das Schöne ist wir nutzen es alle gemeinsam als Medienanstalten.
00:08:50: Wir sind vierzehn Medienanstaltungen in Deutschland.
00:08:52: Wir haben eine gemeinsame Plattform wo wir sehen welcher Fallwert von welcher von welchem Medienanstalt aufgegriffen und bearbeitet so dass keine Doppelungen entstehen.
00:09:01: Das ist ein riesiger Fortschritt und eigentlich die Antwort auch auf die Frage wie kann man eigentlich das Internet mit all den inhaltenden Monitorn?
00:09:08: Das tun wir mit künstlicher Intelligenz und haben da sehr gut der Ergebnis erzielt.
00:09:11: Eine wichtige Diskussion ist ja auch das Thema freie Meinungsäußerung sozusagen auf der einen Seite.
00:09:17: Journalistische Sorgfaltspflicht würden wir als Medienschaffende sagen.
00:09:21: und hier stellen wir immer wieder fest, dass sich Menschen in Bubbles sozusagen in Blasen, in Filterblasen bewegen wo sie permanent auch in ihrer Denkrichtungen sozusagen bestätigt werden aber letztendlich es nicht unbedingt zum Zusammenhalt einer Gesellschaft beiträgt oder gar zur Demokratie.
00:09:39: Hat man da überhaupt noch eine Chance in der heutigen Zeit?
00:09:43: Ja, man muss natürlich auf die Vernunft der Menschen sitzen.
00:09:46: Und da habe ich am Anfang ja schon gesagt viele Menschen informieren sich tatsächlich vielfältig so dass das mit den Filterbasen ist auch wissenschaftlich noch nicht so nachgewiesen, dass man ganz klar sagen kann viele Menschen bewegen sich im Filterblasen.
00:09:57: eher kann man sagen dass sie viele Menschen unterschiedlich informieren.
00:10:00: aber es ist schon so dass unsere Forschung die wir auch machen zeigt dass circa ein Drittel der Menschen sich von den klassischen Medien nicht mehr mit ihren Themen abgeholt fühlt.
00:10:09: und wenn man dann sagt Dreizig Prozent werden nicht mehr mit den klassischen Medien erreicht.
00:10:13: Dann könnte das schon das Potenzial sein, weil die müssen sicher diese Informationen, die sie für sich brauchen anders aus alternativen Medien von Influencern, von Privatpersonen und von persönlichen Gesprächen.
00:10:24: Und da können natürlich schon so Blasen entstehen wo man gar nicht mehr wahrnimmt was andere sagen dass man nur seine eigene Meinung bestätigt haben will.
00:10:31: Das gibt es schon so aber wissenschaftlich ist es noch nicht ganz eindeutig nachgewiesen.
00:10:35: Welche
00:10:35: Bedeutung haben denn Verbote beispielsweise von sozialen?
00:10:39: Medien bis hin zu gewissen Alterskategorien.
00:10:43: Österreich diskutiert das aktuell auch, wie ist Ihre Einstellung dazu?
00:10:49: Ich denke dass wird in ganz Europa gerade diskutiert und die Frage ist was ist das Symptom dafür?
00:10:55: warum diskutieren wir das?
00:10:56: und ich glaube der Grund dafür ist dass wir sehr unzufrieden gerade sind mit den Plattformen.
00:11:01: es gibt ja Regelungen für die Plattformes gibt Regelung dass sie Vorsorge treffen müssen gegen Desinformationen, gegen Demokratie gefährdender Einflüsse.
00:11:09: Gegen Jugendschutzgefährdende Einflüße.
00:11:11: aber wir haben das Gefühl dass funktioniert noch nicht so richtig und das stimmt auch aktuell so.
00:11:15: Und dann sprechen wir gleich über Verbote.
00:11:17: Aber meine Sachen muss es erst sozusagen der letzte Schritt sein.
00:11:20: eigentlich ist doch wichtig dass wir die Plattform auch tatsächlich verantwortlich machen Die Regeln die es gibt durchsetzen und da ist ganz klar die europäische Ebene die EU Kommission gefragt einfach schneller zu agieren und durchzugreifen damit diese Dinge passieren, damit die Kinder und Jugendlichen geschützt sind.
00:11:37: Und selbst wenn man sich diesen Verbot nähert glaube ich müsste man gleichzeitig nicht nur das verboten nehmen und sagen damit sind alle Probleme gelöst sondern gleichzeitig sagen okay wir gehen gleichzeitig auch Themen an wie Medienkompetenzvermittlungen in Schulen auch gegenüber Erwachsenen und Eltern.
00:11:51: Das heißt es muss ein Gesamtpaket sein dass wir ergreifen müssen, um diesem Thema herzuwerden.
00:11:57: Ja ich sag mal so das Thema Selbstverantwortung wird ja auch oft diskutiert.
00:12:01: also Stichwort Medienkompetenz.
00:12:03: Wie kannst du es schaffen?
00:12:05: Dass die Gesellschaft verantwortlicher im Medienumgang ist?
00:12:11: wo sehen sie die größten Hebel momentan?
00:12:14: Ja, das ist immer das Thema Bildung.
00:12:15: Also ich muss erstmal das Bewusstsein dafür haben in welcher Form Medien auf uns Einfluss nehmen und dazu gehört zum Beispiel auch die Klarheit was ist ein Algorithmus?
00:12:24: Wie funktioniert der Algorithmus?
00:12:26: Wer profitiert von dem Algorithmos?
00:12:28: Zum Beispiel wir als Medienanstalt haben jetzt ein Serious Game programmieren lassen, dass man in den siebten Klassen oder ab der sieben Klasse in Schulen einsetzen kann.
00:12:37: Wo die Schülerinnen und Schüler ganz spielerisch lernen okay was wie funktioniert das?
00:12:42: Wer hat den Vorteil daraus?
00:12:44: Wie ist es mit der Werbung?
00:12:46: Warum sieht sich so lange daran?
00:12:47: Man kann alle Themen rund um Social Media um dieses Spiel herum diskutieren durch die leeren Lehrer.
00:12:52: wir haben Lehrmaterialien und das muss glaube ich Einzug in die Schulen finden damit wir einfach sehr sehr früh schon über diese Themen sprechen.
00:12:57: und je Ich bin in diesen Fragen, desto sensibler kann ich auch darauf eingehen und auch Souveräne in meinem eigenen Umgang werden.
00:13:06: Insbesondere auch im Umgang mit KI.
00:13:08: jetzt geht es ja erst richtig los.
00:13:10: Welche Inhalte sind wirklich originär?
00:13:12: Welche sind gefaked?
00:13:14: wie kann ich das identifizieren?
00:13:15: und letztendlich auch wie positionieren sie sich als Landesanscheid für Kommunikation zu dem Thema?
00:13:20: darüber möchten wir gleich sprechen.
00:13:21: liebe Zuschauer hier im zweiten Teil bei Chefsache mit LFK Präsident Wolfgang Kreisig Und damit herzlich willkommen zurück.
00:13:31: Liebe Zuschauer bei Chefsache zu Gast im Studios Dr.
00:13:34: Wolfgang Kreisig, er ist Präsident der Landesanstalt für Kommunikation die Aufsichtsbehörde der Medienlandschaft in Baden-Württemberg und natürlich müssen wir auch über das Thema künstliche Religion sprechen.
00:13:45: Im Prinzip kannst du per Knopfdruck Inhalte generieren Menschen kopieren, du kannst Sprache kopieren.
00:13:53: Was bedeutet denn das jetzt eigentlich insgesamt für die Medienlandschaft und vor allen Dingen für diejenigen, die schon vorher da waren nämlich die klassischen Medien?
00:14:01: Ja, das Risiko und Chance.
00:14:03: Also die Chance liegt natürlich auch in KI weil sie ja unheimliche Möglichkeiten bietet aus Synergien zu schaffen, Dinge Prozesse die bisher lange gedauert haben zu verschlanken, schneller zu machen aber auch der Risiko der Manipulation.
00:14:16: deswegen wird es für die Nutzen dann immer schwieriger zu entscheiden was ist wahrhaftig, was ist falsch?
00:14:21: Was ist gefaked, was is real?
00:14:23: Und das ist schon ein Problem.
00:14:24: Aber gleichzeitig, finde ich, liegt auch eine Chance darin in den klassischen Medien zu sagen wir sind diejenigen, die journalistisch arbeiten.
00:14:31: Wir machen keinen Tricks, wir nutzen möglicherweise KI aber nicht um Inhalte zur Verfälschung sondern wir recherchieren und gucken nach links und rechts und zeigen euch was wahr ist.
00:14:40: Das ist glaube ich noch mal eine Chance.
00:14:41: sozusagen starke Marken, starke Medienmarken muss es geben Weil die Menschen brauchen Orientierung Die wollen auch nicht über den Tisch gezogen werden.
00:14:49: Sie wollen wissen was real ist und wenn sich die klassische Medienmark die wir haben, da positionieren können.
00:14:55: Dann ist das wichtig und die Corona-Zeit hat das übrigens auch gezeigt.
00:14:57: Da wussten die Menschen schon wo sie hinschauen.
00:14:59: Sie gucken zum Fernsehen, zum Radio zu den Zeitungen und da finden sie eben auch relevante vertrauensvolle Informationen.
00:15:05: Aber was Sie sagen?
00:15:06: Das kann ich tatsächlich aktuell noch nicht in der Medienlandschaft beobachten, warum nicht das?
00:15:10: Ja vielleicht weil man dann noch nicht erkannt hat dass man es auch kommunizieren muss.
00:15:13: Die Leute müssen das wissen!
00:15:14: Man muss es immer wieder auch sagen.
00:15:16: Ich glaube, das ist auch so ein Trick um die Menschen zu erreichen.
00:15:21: Um ihnen zu sagen hier findest du das was du
00:15:23: suchst.".
00:15:24: Die Situation bewerte ich als aktuell brandgefährlich weil Du hast die alten angestammten Medien, Du hast jetzt natürlich im Brandbeschleuniger mit künstlicher Intelligenz.
00:15:35: am Ende geht es natürlich immer um das Geld und Finanzierung.
00:15:40: Was man hört aus der Medienlandschaft ist, dass die Erlöse mehr und mehr zurückgehen.
00:15:46: Und in die Plattform hineingehen.
00:15:49: Aber am Ende muss man sich halt ein Bild vorstellen das du im Zweifelsfall gar nicht mehr eine regionale Medienlandsschaft hast.
00:15:55: was würde es bedeuten?
00:15:56: Ja das ist eben Teil der Wahrheit, dass fünfzig Prozent des Werbemarktes an die großen Plattformen geht und dafür dann wird das Geld für unsere klassischen Medien weniger.
00:16:07: Und natürlich müssen wir Lösungen dazu finden.
00:16:08: Das eine sind neue Geschäftsmodelle, sich zu erschließen aber gleichzeitig sehen wir auch dass wir das Thema Förderung immer prägnanter auch thematisieren müssen.
00:16:16: ja gerade im regionalen lokalen Bereich haben es jetzt auch schon haben wir hybride Modelle wo wir eben auch über Landesgeld beispielsweise, dann auch ein Sender wie RegioTV unterstützen.
00:16:27: Was ich auch für richtig erachte da ist wichtig dass es uns als Medien an Steinen gibt denn wir sind unabhängig und staatsfern Wir geben das Geld unter bestimmten Kriterien weiter Und so bleibt lokale regionale Informationen auch finanzierbar.
00:16:40: aber wir haben ein großes Thema und das ist noch nicht zu Ende diskutiert.
00:16:43: Und vor allem muss man ja auch, ehrlicherweise sehen es gibt ja auch durchaus Regionen in Deutschland.
00:16:48: Da gibt es hier noch nicht mal mehr das an der regionalen Medien was du hierzulande beispielsweise hast.
00:16:53: da gibt es keine Tageszeitung mehr kein regionalen Fernsehsender, keine Radiosender und dergleichen.
00:16:59: Was kann man da beobachten in solchen Regionen wo du im Prinzip medienfrei bist?
00:17:05: Also der gute Befund Es gibt ja schon.
00:17:07: dazu gibt es eigentlich diese lokalen Medienwüsten.
00:17:10: Informationswüste glaube ich, noch nicht so schlimm wie in anderen Ländern.
00:17:14: Wie in den USA beispielsweise wo man größere Flächen hat.
00:17:17: aber man hat dort auch schon die Erfahrung gemacht dort wo lokale Informationen nicht mehr stattfindet verändert das auch die Gesellschaft.
00:17:24: Sie ist weniger engagiert, auch politisch weniger engagierter.
00:17:27: Sie kann auch die lokale Politik weniger kontrollieren, sie ist weniger informiert und geht weniger wählen.
00:17:34: also all das hat Effekte wenn es keine lokalen Informationen mehr gibt.
00:17:37: insofern ist es auch ein Anspruch an die Politik Lösung zu finden.
00:17:41: und wenn das dann auch Fördermöglichkeiten sind, dann ist das auch notwendig weil wir brauchen lokale regionale Information.
00:17:48: Und auch die Diskussion über die Digitalabgabe, die wir ja auch schon geführt haben.
00:17:52: Also eine Abgabe der großen Plattformen für das Mediensystem in Deutschland kommt ja auch daher dass man sagt Wir haben hier einen Defizit Die Werbung geht an die globalen Plattform Die müssen sich eigentlich auch an dem Medienssystem beteiligen.
00:18:03: Dass man es über eine Abgabe löst Soweit sind wir in Deutschland noch nicht.
00:18:06: Aber das ist eben ein Aufhänger für diese Diskussion.
00:18:08: Wie können wir wieder Mittel zurück In unsere Medien führen?
00:18:12: Die wir einfach als wichtigen Pfeiler unserer Demokratie brauchen.
00:18:16: Ich sag mal so, bei Marktversagen ist der Ruf nach der Politik immer sehr laut und nach Fördermöglichkeiten.
00:18:21: Aber lassen Sie uns vielleicht auch nochmal auf ein anderes Feld schauen?
00:18:25: Was gibt es denn sonst noch für Möglichkeiten?
00:18:27: Weil der Ruff Richtung Politik mag durchaus erfolgen aber ob da was zurückkommt damit kann man nicht unbedingt planen vor allen Dingen als Unternehmen.
00:18:37: also was gehen sie noch als Modelle um das Geschäftsmodell der Medien tatsächlich nach vorne zu treiben?
00:18:45: Ja, worüber wir zunehmend eben auch sprechen ist über Kooperation.
00:18:49: Über die Systemgrenzen, die wir bisher hatten hinweg.
00:18:52: Wer kooperiert mit wem?
00:18:53: Genau, wir haben ein duales Rundfunksystem.
00:18:56: Wir haben einen privaten Rundfunken und Öffentlich-Rechtlichen.
00:18:59: Mittlerweile steht auch in den Gesetzen drin, es soll Kooperation geben.
00:19:02: Und die Idee dahinter ist natürlich, dass man Synergien schafft.
00:19:05: Man könnte sich beispielsweise vorstellen, dass auch mal eine technische Entwicklung im öffentlichen Bereich die Rundführung vorangetrieben wird, die dann auch den Privaten zugutekommt oder dass man zum Beispiel auch regionale Inhalte, private Inhalter auf dem Plattform der Öffentlich Rechtlichen auffindet.
00:19:19: Auch da das dann wieder ein Rückfluss kommt in der Reichweite.
00:19:22: Merksamkeit zum regionalen Rundfunk.
00:19:25: Das sind noch kleine Flänzchen, die kommen jetzt in Bewegung aber das ist ein Mittel, aber wahrscheinlich auch nicht ausreichen um die Branche insgesamt retten zu können.
00:19:35: Ja vor allen Dingen dieses System des Hualien-Rundfunks ist ja im Prinzip über Jahrzehnte gewachsen.
00:19:40: Ein Wettbewerb!
00:19:41: Wer sollte ihre Meinung nach der Hand zum anderen reichen?
00:19:45: Natürlich ist der Öffentlich-Rechliche in einer stärkeren Position.
00:19:48: Er bekommt erst mal, dass die Finanzierung gesetzt ist, sodass er eigentlich die Möglichkeiten hat aufgrund seiner Stärke heraus auf die kleineren Player zuzugehen.
00:19:57: aber wir haben natürlich auch große private, ob wir RTL oder Pro-Siebendat einsnien da sehe ich eine Bereitschaft zu sagen.
00:20:04: Zum Beispiel bei Join sind jetzt auch die regionalen Fernsehsenden auf ihrer Plattform auffindbar, das sind erste Schritte und ganz wichtige Schritte, dass man eher aneinander rückt und sich gegenseitig
00:20:14: unterstützt.".
00:20:15: Was würde das dann in Zukunft auch für die Geschäftsmodelle am Ende bedeuten?
00:20:19: Weil du hast da auf der einen Seite den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dem er finanziert ist eben aus der Rundfunkewürde auf der anderen Seite, den im Werbe finanzierten Privatfunk... Das passt ja noch nicht so richtig zusammen!
00:20:32: Das passt noch nicht so richtig, aber das sind die Marktbeteiligten, die sich dann Gedanken machen müssen.
00:20:36: Wir müssen natürlich auch gewisse rechtliche Grundlagen schaffen zum Beispiel im Kartellrecht und Weltbewerbsrecht damit solche Systeme dann auch funktionieren, aber am Ende des Tages... ist es, würde ich schon so sagen ein privates Unternehmen muss auch seine eigenen Geschäftsmodelle sozusagen weiterentwickeln und sich selber Gedanken machen.
00:20:51: Das kann schlecht eine Behörde machen.
00:20:53: sie können Rahmenbedingungen setzen aber am Ende wenn das etwas Privates kommerzielles bleibt müssen die Geschäfts-Modelle natürlich auch dort entwickelt werden.
00:21:00: Man
00:21:00: hört auch immer wieder den Ruf nach Plattformen, auch einer europäischen Plattform oder dass genau diese Player gemeinsam auf Plattform auf die Beine stellen haben.
00:21:09: Ich sage mal hart ist nicht diese Plattform Diskussion Längst verloren, weil Europa es verschlafen
00:21:15: hat.
00:21:17: Ja also die wird immer wieder diskutiert.
00:21:19: Die große europäische Plattform von der Grundidee auch gut aber bisher ist noch niemand draufgesprungen auf den Zug.
00:21:26: Weder Gesamteuropa noch in Deutschland dass man das auch finanzieren kann.
00:21:30: am Ende müssen wir klein glaube ich anfangen und versuchen die Plattformen die wir haben zusammen zu führen.
00:21:35: ADZF sind jetzt auf eine Plattform.
00:21:37: wenn das dann noch entsprechende Möglichkeiten gibt, die Plattform auch mit den Privaten zu vernetzen.
00:21:43: Dann sind das die erste Schritt.
00:21:44: Ich glaube da müssen wir anfangen bei den Sachen, die einfach realistisch sind.
00:21:48: Die große Plattform ist auch mein Eindruck zum jetzigen Zeitpunkt dass wir nicht im politischen Willen aufbringen können weil es sicherlich eine öffentliche Finanzierung bedürft um das zu realisieren.
00:21:57: Da merken wir einfach, dass wir uns so sehr in die anderen Plattform gewöhnt haben und den Schritt zu gehen wir ersetzende Konkurrenz, die genauso gut sein soll dagegen Ist sehr schwierig.
00:22:07: Dann schauen wir uns vielleicht noch die technologische Entwicklung an.
00:22:11: Die ist momentan rasant!
00:22:13: Wie können sie als Landesanstalt für Kommunikation überhaupt der Lage noch her werden?
00:22:17: Weil mittlerweile sind die Entwicklungsschritte ja derartig schnell, dass das was du heute im Zweifelsfall reguliert hast morgen schon wieder obsoletes weil wieder etwas ganz anderes sozusagen
00:22:27: am Markt agiert.
00:22:28: Wir müssen uns natürlich auch anpassen.
00:22:30: Das eine hatte ich schon genannt, wir selber nutzen auch KI um bestimmte Verstöße, illegale Inhalte zu entdecken.
00:22:36: dass das eine zum anderen werden verschieben wir natürlich den Fokus.
00:22:39: bei den klassischen Unternehmen wissen wir dass sie zuverlässig sind, dass sie in der Regel keine Fehler machen.
00:22:45: Da können wir ein bisschen an Monitoring zurückfahren weil wir wissen das wir uns darauf verlassen können und wir konzentrieren uns jetzt stärker auf das Netz, auf die Plattform um da aktiv zu werden natürlich auch stärker in der Gemeinschaft.
00:22:56: Wir arbeiten noch miteinander zusammen Weil wir vierzehn sehen uns schon als einen Block.
00:23:01: Wir müssen gegenseitig voneinander profitieren uns gegenseite unterstützen Und dann vorangehen gilt es auch für Behörden.
00:23:09: Sie müssen sich anpassen, sie müssen technische Mittel nutzen aber auch die Rolle verändert sich.
00:23:13: Wir sind jetzt stärker in der Rolle eines Enablers.
00:23:17: also wir versuchen die private Medienlandschaft zu unterstützen und nicht nur beaufsichtigen sondern zu versuchen.
00:23:21: wie können dann nur zukünftiges Modell aussehen das dann auch passt?
00:23:25: Wie können wir unterstützen was für eine Förderung kann man anbieten die dann auch Sinn macht?
00:23:28: und so versuchen wir unsere Rolle eben auch zu verändern in dieser Dynamik
00:23:32: Und letztendlich beginnt die Reise ja immer auch mit sich selbst.
00:23:35: Was macht für Sie persönlich den Reiz dieser Aufgabe aus?
00:23:39: Ja, ich bin einfach überzeugt dass das Medien unheimlich wichtig sind und uns viel in der Gesellschaft geben, den Zusammenhalt fördern und natürlich einfach für unsere Gesellschaft imminent wichtig sind und daran beizutragen, dass das noch funktioniert.
00:23:51: Dass die Menschen noch informiert sind, dass sie vernünftige politische oder gesellschaftliche Entscheidungen treffen können.
00:23:58: Ich glaube da ist man am Puls der Zeit gerade angesichts der Dynamik der Medienbranche und es macht einem eben auch Spaß.
00:24:03: Herzlichen Dank für diese Einblicke!
00:24:04: Dr.
00:24:05: Wolfgang Kreisig, schönes Jahr waren.
00:24:06: Danke auch.
00:24:07: Liebe Zuschauer, das war's schon mit Ihnen.
00:24:09: Soweit an dieser Stelle hier in der Chefsache Sendung.
00:24:11: herzlichen Dank fürs Interesse.
00:24:12: wir sehen uns spätestens in zwei Wochen wieder wenn Sie mögen.
00:24:16: bis dahin alles Gute.